Haider killt Haupt: Wann stürzt der Vizekanzler?
Geheimtreffen. Am Dienstag versuchte Jörg Haider Herbert Haupt in einer Marathonsitzung vom freiwilligen Rückzug zu überzeugen.
Haupts Abwehrkampf. Der Vize gerät immer mehr unter Druck. Die FPÖ-Länder wollen seine Ablöse. Die ÖVP hält ihn nicht mehr. Geht er – oder sitzt er weiter alles aus?
Dienstag, knapp nach 19 Uhr, Wien-Schwechat. Der „Austrian Arrows“-Maschine aus Klagenfurt entsteigt ein berühmter Pendler: Jörg Haider, Landeshauptmann von Kärnten mit allerdings überregionalen Interessen, ist wieder einmal in Wien.
Kurzfristig hat er sämtliche Termine abgesagt. Eigentlich hätte Jörg Haider ja einen geselligen Abend in Kärnten verbringen, dort in seiner landesväterlichen Funktion höchstpersönlich den „Anerkennungspreis für Fotografie 2003“ an heimische Fotografen verleihen wollen.
Blaues Geheimtreffen. Doch wenn Herbert Haupt, zu diesem Zeitpunkt noch Vizekanzler und FPÖ-Parteichef, ruft, hat selbst Kulturfreund Haider die Pflicht über die Neigung zu stellen, und so führt ihn sein Weg schleunigst vom Wiener Flughafen zum Minoritenplatz, dem Sitz des Vizekanzlers.
Was noch am Nachmittag als Vieraugengespräch der beiden zentralen Kontrahenten Herbert Haupt und Jörg Haider gedacht war, wird zum kleinen blauen Spitzengipfel. Infrastrukturminister Hubert Gorbach trifft ein, die FPÖ-Generalin Magda Bleckmann und der von beiden Streitparteien anerkannte Justizminister Dieter Böhmdorfer. Vizekanzler Haupt hatte die traditionelle blaue „Montagrunde“ auf den Dienstag verschoben und Haider wissen lassen, er könne diesmal auf dessen Teilnahme nicht verzichten.
Auf dem Programm der Dienstagabend-Sitzung stand das neue Lieblingsthema der krisengeschüttelten Partei: der Sturz Haupts als Vizekanzler und eine sofortige Regierungsumbildung. Das Geheimtreffen verlief dramatisch: Nach (bester) FP-Tradition bis lang nach Mitternacht, um dann gegen zwei Uhr morgens vertagt zu werden.
Seit Haider vergangenen Samstag via ORF-Interview wiederholte, was er bereits zwei Wochen zuvor in einem NEWS-Interview – nach dem blauen Wahldebakel in Oberösterreich und Tirol – verlangt hatte: „Die Mannschaft muss neu aufgestellt werden. Eine Regierungsumbildung ist nötig. Herbert, so geht es nicht“, geht das nun schon seit Monaten andauernde erbitterte Match zwischen Haider und Haupt in seine letzte und wohl entscheidende Runde. Mit dem in dieser Form neuen Vorschlag:
„Die letzte Chance“. Eine Regierungsumbildung der FPÖ-Seite müsste von einem Jobwechsel Haupts eingeleitet werden, der auf den Vizekanzlerposten verzichten und stattdessen den Klubobmann im Parlament übernehmen möge. Denn, so Haider im aktuellen NEWS-Interview: „Die Regierung muss noch gewaltige Reformen bewältigen. Derzeit ist ihr Erscheinungsbild aber eine echte Katastrophe. Eine Regierungsumbildung ist die letzte Chance.“
Die ganze Story lesen Sie im neuen NEWS
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