AUA-Boss in NEWS: "Piloten ruinieren die eigene Firma"
- Verkehrsminister Gorbach warnte in NEWS vor "Swiss-Schicksal"
- "Jedes neue Störmanöver kann sich tödlich auswirken"
In einem NEWS-Interview warnte Verkehrsminister Gorbach Mitte Oktober die Piloten, dass der Streik die AUA in Gefahr bringe. "In der derzeit sensiblen Situation am internationalen Luftfahrt-Markt kann sich jedes Störmannöver, das vom Kurs abbringt, tödlich auswirken." Der Minister stärkte AUA-Chef Vagn Sörensen in der aktuellen Krise den Rücken. Sörsensen selbst greift im NEWS-Interview mit dem das streikende Luftfahrt-Personal scharf an: "Die Piloten ruinieren die eigene Firrma".
Der Verkehrsminister machte im NEWS-Gespräch klar, dass es aus seiner Sicht keine Alternative zum 30-Millionen-Euro-Sparpaket gibt. "Es geht nicht um Gewinnmaximierung, sondern um das Überleben der AUA", sagt Gorbach. In Richtung des streikenden Bord-Personals warnt er: "Den Verantwortlichen des Streiks muss klar sein, dass das Sparpaket ein Zukunftsprogramm für die AUA ist. Sie sollten sich ansehen, was mit der Swiss Air passiert ist." Gorbach schlug als Kompromiß ein "time out" vor, das konkret bedeutet, die Streiks für ein Jahr auszusetzen und die Lage dann neu zu beurteilen. Für die Zukunft der Airline sieht der Minister Verbünde als unabdingbar an: "Man kann nicht, als Insel-Fluggesellschaft sozusagen, alleine unterwegs sein."
AUA-Boss Sörensen machte im NEWS-Gespräch klar, dass er keinesfalls von seinem Sparpaket, das 30 Millionen Euro umfaßt, abgehen wird. "Wenn wir jetzt zurückstecken, gefährden wir das Unternehmen", erklärte er in NEWS. Hart geht Sörensen mit seinen streikenden Mitarbeitern ins Gericht: "Wenn die Piloten so weitermachen, treiben sie uns in die Arme einer anderen Airline. Die Piloten der pleite gegangenen belgischen Airline Sabena haben sogar noch am letzten Tag gestreikt. Es kann doch nicht sein, dass ein kleiner Teil der Belegschaft das eigene Unternehmen ruiniert und die anderen 6.500 Mitarbeiter der AUA-Gruppe in geiselhaft nimmt", kritisierte Sörensen in NEWS.
Zu seiner Strategie erklärte Sörensen, dass er künftig Teile des AUA-Flugbetriebes aus Wettbewerbsgründen zu Lauda und Tyrolean verlagern will. Dies bedeute, dass bei der AUA ein Personalüberhang entstehe. "Vorgesehen ist, dass künftig überzählige AUA-Piloten zur Lauda Air oder Tyrolean übertreten können", so der Airline-Boss in NEWS. Dabei würden die Piloten erstens eine Abfertigung erhalten und zweitens wären die Bedingungen für die meisten nicht viel schlechter. "Wer dieses Angebot nicht annimmt, müsste dann natürlich gekündigt werden", erklärt Sörensen im NEWS-Gespräch.
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