Dienstag, 14. Oktober 2003

Holender plant neuen "Ring" mit Welser-Möst und Kusej

  • NEWS: Neue Produktion kommt zwischen 2007 und 2009
  • Holenders Vertrag als Staatsoperndirektor bis 2010 verlängert

Ioan Holender, soeben bis 2010 verlängerter Direktor der Wiener Staatsoper, gibt in der neuen Ausgabe des Nachrichtenmagazins NEWS aufsehenerregende Pläne für seine vierte Amtszeit bekannt: Richard Wagners Tetralogie "Der Ring des Nibelungen" wird in den Jahren 2007 bis 2009 in einer neuen Produktion herausgebracht.

Als Dirigent ist laut Holender Franz Welser-Möst, gebürtiger Österreicher und derzeit Chef des Cleveland Orchestra, vorgesehen. Welser-Möst nennt das Vorhaben im NEWS-Interview "sehr verlockend", über die Besetzung sei man sich schon einig. Welser-Möst bestätigt auch ein weiteres spektakuläres Faktum: Als Regisseur ist man mit Marin Kusej, dem designierten Schauspielchef der Salzburger Festspiele, im Gespräch. Welser-Möst will Kusej allerdings noch in Zürich treffen: "Ich will nicht schon wieder einen 'Ring', der nur als politische Geschichte erzählt ist. Mich interessiert die Dimension des Mythos als kollektiver Traum eines Volkes." Schon 2006 dirigiert Welser-Möst an der Staatsoper eine neue Produktion von Richard Strauss' "Arabella" mit Thomas Hampson als Mandryka.

Weitere Pläne in Holenders (Dienstag früh geführtem) NEWS-Interview: Wagners "Tannhäuser" und Verdis "Macht des Schicksals" als Neuproduktionen und je eine Premiere mit Zubin Mehta und Peter Stein.

Holender über die Arbeit mit Dirigenten: "Mit Thielemann habe ich viele Pläne. Welser-Möst wird einer der zentralen Dirigenten, dazu Bychkov, Adam Fischer, Daniele Gatti, Kirill Petrenko, Rattle, Runnicles, Simone Young. Ehrenmitglied Metha soll eine Premiere machen, Philippe Jordan ist für wichtige Vorhaben vorgesehen. Auch Fabio Luisi, Marcello Viotti und Peter Schneider gehören dazu. Und Carlos Kleiber zu holen, wäre die Krönung."

Zum Thema Uraufführungen sagt der Staatsoperndirektor in NEWS: "Wenn mir Olga Neuwirth und Elfriede Jelinek mitteilen, dass sie den Auftrag für ihr geplantes Werk von der Wiener und der Pariser Oper wollen, wird das geschehen. Und 2010 möchte ich mit einer weiteren Uraufführung enden."

Riccardo Muti will mit Holender, wie gemeldet, jährlich eine Oper im Theater an der Wien produzieren. Holender: "Das ist mit ihm besprochen. Aber die Entscheidung liegt bei Intendant Geyer. Aber ich kann mir auch vorstellen, dass die Staatsoper im Ronacher etwas macht - Zeitgenössisches oder 20. Jahrhundert, z. B. Strawinskis 'Geschichte vom Soldaten'."

Ausdrücklich keine Pläne hat Holender mit Wiens Festwochen-Intendanten Luc Bondy: "Es gibt gewisse Mechanismen eines Repertoiretheaters, die Regisseure einzuhalten haben. Ich kann nicht zu den Zuständen vor der Direktion Waechter zurückkehren, wo die Bühne so verbaut war, dass man an den Tagen vor und nach der Vorstellung zusperren musste."

Mehr zu diesem Thema finden Sie im neuen NEWS!

14.10.2003 14:35