Meinl-Strategie: Julius der V. im FORMAT
- Meinl-Konzern wird umgebaut: Bank, Kaffesparte & Ostgeschäfte betroffen
- Neues Motto: "Spaß macht, was Geld verdient"

Zwischen 1998 und 2000 verschwanden die Filialen der Lebensmittelkette Meinl sang- und klanglos. Die Konzerngeschäfte beschränkten sich aber nie nur auf den Einzelhandel. Julius Meinl V. baut aber den Konzern um: Der Clanchef geht mit seiner Bank, der Kaffeesparte und den Ostgeschäften neue Wege. Sein Motto dabei: Spaß macht, was Geld verdient.
Die Neuorientierung beginnt im Kerngeschäft und erstreckt sich auf alle anderen Aktivitäten: So bringt die Meinl Bank noch im Herbst die Zukunftsvorsorge "Julius" auf den Markt, mit der ganz gewöhnliche Österreicher - staatlich gefördert - ihre Privatpension ansparen können. Besser lässt sich der Wandel der Meinl Bank, der vor einem Jahr behutsam begonnen wurde, nicht ausdrücken: Das Nobelinstitut für vermögende Zeitgenossen öffnet sich den Massenkunden.
Der fünfte Julius Meinl, 44, arbeitet emsig daran, auch an das Geld kleinerer Anleger zu kommen. Nach dem Verkauf der Lebensmittelkette, die zwischen 1998 und 2000 sang- und klanglos verschwand, stand der Mohr ohne Hemd da. Nun stellt der Licentiat, wie er nach seinem akademischen Titel aus der Schweiz genannt wird, den Konzern auf neue Beine: Ausweitung des Bankgeschäfts, Expansion der Kaffeeproduktion, Firmenbeteiligungen vor allem in Osteuropa.
Den Meinl-Filialen weint Julius V. keine Träne nach. Der in London und New York ausgebildete Banker mit britischer Staatsbürgerschaft managt das Familienvermögen - Schätzungen reichen bis zu einer Milliarde Euro - nach dem Motto "Spaß macht alles, was Geld verdient". Der gemeinsame Nenner für das verzweigte Meinl-Konglomerat.
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