Arnie-Effekt: Österreichische Firmen boomen in Kalifornien
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Arnold Schwarzenegger war über Jahre hinweg Österreichs Werbeträger Nummer eins in Kalifornien. Durch seine Wahl zum Gouverneur vom Golden State bekommt die österreichische Wirtschaft neue Chancen am US-Markt - verliert aber gleichzeitig die Protektion durch den Ex-Terminator.
Konnten in "Terminator 3" noch Millionen von Kinobesuchern staunend sehen, wie Arnie als Kampfmaschine im Kaufhaus zu Manner-Schnitten griff, so werden derartige Werbeaktionen zukünftig wohl nicht mehr möglich sein. Manner-Marketing-Mann Billy Riedl zeigt sich über das gelungene Product-Placement noch immer erfreut: "Das hat sehr geholfen, Staub von der Marke zu blasen." "Mit einem Gouverneur Schwarzenegger wird das natürlich schwierig. Wir wollen ja auch nicht politisch zugeordnet werden", schiebt Rieder nach.
Trotzdem kann Österreich von Schwarzeneggers Wahlsieg profitieren. "Seine Kandidatur und Wahl haben uns im Bewusstsein der Kalifornier einen eindeutigen Platz auf der Landkarte verschafft", sagt Christian Kügerl, Handelsdelegierter an der Außenhandelsstelle Los Angeles: "Der Eindruck kalifornischer Geschäftsleute ist, dass in einem Land, das einen Schwarzenegger hervorgebracht hat, tüchtige Menschen arbeiten müssen."
Handelsbilanz leicht positiv
Derzeit exportiert Österreich pro Jahr Waren im Wert von rund einer Milliarde Euro nach Kalifornien, die Handelsbilanz ist nach Einschätzung der Wirtschaftskammer leicht positiv. Kügerl: "Der Trend zeigt eindeutig nach oben. Kalifornische Unternehmen zeigen verstärktes Interesse an Österreich."
Vor allem im High-Tech-Bereich sind heimische Unternehmen an der amerikanischen Westküste schon jetzt gut im Geschäft. Technologiefirmen haben durchaus erfolgreiche Marktpositionen. FACC (Ried/Innkreis) beliefert die Luftfahrtindustrie im "Golden State" etwa mit Innenausstattungen für Flugzeuge, Austrian Aerospace (Wien) versorgt Boeing Satellite Systems in Los Angeles mit Testgeräten. "Die wichtigsten Exportprodukte nach Kalifornien sind Maschinen, Elektrik und Elektronik", fasst Handelsdelegierter Kügerl zusammen. "Technologie überwiegt deutlich, aber auch Konsumgüter sind im Kommen."
Die Brau-Union etwa schenkt in Kalifornien mittlerweile rund 800.000 Krügel Gösser-Bier pro Jahr aus. Ein nicht unbeträchtlicher Anteil davon fließt in Schwarzeneggers Lokal "Schatzi on Main" aus den Zapfhähnen - der Schauspieler hatte die Marke wohl nicht zuletzt aus Heimatverbundenheit auf die Getränkekarte gesetzt. Auch Red Bull hat es geschafft, untrennbar mit dem Terminator in Verbindung gebracht zu werden.
Der neue Arnie
Doch damit ist es jetzt vorbei. Seit der Macho-Mime zum Politprofi mutiert ist, sind Produktwerbungen und Wirtschaftsinterventionen nicht mehr drin. Das musste etwa Waffenproduzent Glock, größter Pistolenlieferant der kalifornischen Exekutive, zur Kenntnis nehmen. So tritt Schwarzenegger jetzt doch für schärfere Waffengesetze ein.
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