Donnerstag, 16. Oktober 2003

Wirtschaftskammer erwartet Konjunkturverbesserung

  • 48% der Befragten gehen von besserer Konjunktur aus
  • Nur noch 7% erwarten eine weitere Verschlechterung

Klar bessere Erwartungen in die Konjunktur 2004 zeigt das aktuelle Wirtschaftsbarometer der Wirtschaftskammer. Die halbjährlich durchgeführte Umfrage unter Mitgliedern der Organisation zeigt eine "deutliche Trendumkehr in den Erwartungen". Nur mehr sieben Prozent der Befragten erwarten für 2004 eine weitere Verschlechterung des Wirtschaftsklimas, 48 Prozent gehen von einer besseren Konjunktur aus.

Das von den letzten 12 Monaten gezeichnete Konjunkturklima zeigt dagegen ein negatives Spiegelbild dieser Ergebnisse: Für nur 9 Prozent ist es besser, für 46 Prozent schlechter gegangen. Wirtschaftskammerpräsident Leitl erwartet für 2004 "kein massives, aber immerhin ein Wachstum von zwei Prozent".

Österreich und Europa lägen damit weit hinter den Prognosen für die USA oder gar Asien, warnte Leitl vor zu euphorischen Einschätzungen. Der WKÖ-Chef rief die EZB zu weiteren Zinssenkungen auf. "Es ist nicht sinnvoll, dass wir in Europa ein doppelt so hohes Zinsniveau wie die USA, aber nur die Hälfte des Wachstums haben", sagte Leitl. "Ich hoffe, dass die EZB unter ihrem neuen Präsidenten Jean-Claude Trichet da eine aktive Rolle einnimmt."

Erneuert hat die Wirtschaftskammer am Donnerstag ihre Forderung nach einer Senkung des Körperschaftssteuersatzes (KöSt) auf 25 Prozent per Beginn nächsten Jahres. Begründet wurde die Forderung mit Umfragen unter Unternehmern, die eine Verlagerung von österreichischen Investitionen nach der EU-Erweiterung erwarten, sollte die Steuerlast für die Betriebe nicht sinken. Zwei Drittel der Befragten glauben laut der aktuellen market-Umfrage, dass für diesen Fall "Investitionen aus Österreich hinaus verlagert werden". (apa)

16.10.2003 16:23