Insolvenzverwalter will Aero Lloyd schnell wieder starten lassen
- Aero Lloyd-Pleite: Tausende Fluggäste saßen fest!
- Aero Lloyd Austria: Tochterfirma nicht von Pleite erfasst
Die Maschinen der zahlungsunfähigen deutschen Fluggesellschaft Aero Lloyd sollen nach dem Willen des Insolvenzverwalters Gerhard Walter so schnell wie möglich wieder starten. Für die Wiederaufnahme des Betriebs seien jedoch zunächst 20 bis 50 Millionen Euro nötig. Auch Aero Lloyd Austria nimmt den Flug-Betrieb wieder auf. Die überraschende Pleite von einem Tag auf den anderen hatte Tausende Touristen an ihren Ferienorten stranden lassen.
Zu welchem Zeitpunkt die ersten Aero-Lloyd-Flugzeuge wieder abheben könnten, sei noch unklar. "Das hängt von vielen Faktoren ab, das kann ich heute noch nicht sagen", sagte Walter.
Gespräche mit der Geschäftsleitung und mit der Haupteigentümerin, der Bayerischen Landesbank, laufen. Sobald die ausreichende Finanzierung gewährleistet sei, erwarte Walter, dass das deutsche Luftfahrt-Bundesamt die ausgesetzte Betriebsgenehmigung kurzfristig wieder erteilte.
Am Montag werde ein Antrag auf Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes für die Mitarbeiter beim zuständigen Arbeitsamt gestellt, damit die Gehälter möglichst pünktlich gezahlt werden könnten.
Aero Lloyd Austria
Die österreichische Aero Lloyd Austria ist von der Insolvenz des deutschen Ferienfliegers Aero Lloyd nicht betroffen. Sie habe nicht Insolvenz angemeldet, heißt es. Die Flugbetriebsgenehmigung der Österreich-Tochter sei weiterhin aufrecht. Seltsamerweise wurde trotzdem auch hier der Flugbetrieb eingestellt - man "arbeitet daran", ihn "in den nächsten Tagen" wieder aufzunehmen.
Die anstehenden Aufträge würden momentan mit Kapazitäten anderer Airlines erfüllt. Die Österreich-Tochter des deutschen Ferienfliegers, der am 16. Oktober Insolvenz angemeldet hatte, gehört mehrheitlich einem privaten österreichischen Investor und ist erst im Mai eröffnet worden. 51,25 Prozent stehen in Besitz des Satel-Filmproduzenten Michael Wolkenstein, 48,75 Prozent gehören der deutschen Aero Lloyd.
Insolvenz
Die Aero Lloyd hatte am 16. Oktober überraschend Insolvenz angemeldet, nachdem die Bayerische Landesbank den Geldhahn zugedreht hatte. Der Flugbetrieb wurde um 6.00 Uhr früh eingestellt. Von der Pleite waren gut 8.500 Fluggäste betroffen, darunter auch 1.200 Österreicher! Die für Donnerstag geplanten Aero Lloyd-Flüge jener österreichischen Kunden, die bei den Reiseveranstaltern Thomas Cook und World of TUI gebucht haben, waren durch "hauseigene" Ersatzmaschinen gesichert.
Vor allem in Chartergeschäft tätig
Aero Lloyd flog für zahlreiche Tourismusveranstalter. Das Unternehmen mit 1.400 Mitarbeitern hat nach eigenen Angaben einen Marktanteil von zwölf Prozent am deutschen Ferienfluggeschäft. Im vergangenen Jahr flogen rund 3,5 Millionen Passagiere mit der Fluggesellschaft.
(apa, red)
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