Tiroler Skiproduzent Kneissl will nach Ausgleich Image aufpolieren
- Übernahme durch Tiroler Investorengruppe abgeschlossen
- Neue Eigentümer setzen auf Rennsport und innovative Produkte
Nach dem Ausgleich will der Tiroler Skiproduzent Kneissl sein Image nun wieder aufpolieren. Großes Potenzial sieht die neue Geschäftsleitung im Rennsport. Außerdem sollen innovative Produkte den Absatz des Unternehmens ankurbeln. Anfang September war Kneissl aus der Insolvenz von einer Tiroler Investorengruppe übernommen worden.
"Unser vordergründiges Ziel ist es, das Ansehen von Kneissl aufzubauen", erklärte Geschäftsführer Klaus Brandstätter am Mittwoch auf Anfrage der APA. Das Image des traditionsreichen Skiherstellers habe durch den Ausgleich gelitten. Für die Zukunft zeigte er sich aber durchwegs optimistisch. Durch die neuen Eigentümer, die den Betrieb mit 1. September übernommen haben, sei Kneissl wieder "finanzstärker". "Wir wollen die Marke durch Innovation etablieren", sagte Brandstätter. Vor allem im Jugend-Rennsport werde das Unternehmen Aufbauarbeit leisten. In zwei bis drei Jahren will Kneissl dann in den internationalen Rennsport einsteigen.
"Jeder Tiroler sollte künftig Kneissl-Ski fahren", formulierte der Geschäftsführer seine Vision. Zuerst möchte der Skiproduzent seine Fühler auf die Kernmärkte Österreich, Deutschland, Schweiz, Italien und Frankreich ausstrecken. In der Folge will Kneissl dann auch den internationalen Markt - insbesondere Japan - bearbeiten. 50.000 Paar Ski sollen künftig jährlich produziert werden, davon 15.000 bis 20.000 im oberen Preissegement am Standort Kufstein. Derzeit beschäftigt das Unternehmen 45 Mitarbeiter, bei dieser Anzahl soll es laut Brandstätter auch künftig bleiben.
Die Übergabe an die Tiroler Investorengruppe wurde inzwischen abgeschlossen. Finanzchef Harald Wegscheider wird noch bis Ende des Jahres den Übergang auf die neue Gesellschaft begleiten. Der bisherige Kneissl-CEO Florian Brunner verlässt das Unternehmen. Innerhalb der kommenden zwei Wochen soll der Skihersteller seinen neuen Namen "Kneissl Tirol" auch offiziell tragen.
Das bisherige Unternehmen der Dachstein-Gruppe "Kneissl & friends" war Ende April mit 18 Mio. Euro Schulden in den Ausgleich geschlittert. Es wurde in der Insolvenz von der neu gegründeten Holding der fünf Unternehmer Fritz Unterberger (24 Prozent), Anton Pletzer (24 Prozent), Richard Labek (22 Prozent), Fritz Obholzer (20 Prozent) und Karl Handl (zehn Prozent) übernommen. (apa)
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