Montag, 13. Oktober 2003

AUA-Streiks: Debatte um schadhafte Mietflieger

  • Rückflug von Tel Aviv nach Wien wegen defektem Bolzen unmöglich - 150 Passagiere saßen fest!
  • Vorstand: Gewerkschaft soll Streik-Schaden von 2,3 Millionen € zahlen!

Neuer Zweifel an den Sicherheitsstandards der von der AUA wegen des Streiks am Samstag zugemieteten Flugzeuge beschäftigen die Streitparteien im österreichischen Carrier. Anlass: Der Ausfall eines Flugs von Tel Aviv nach Wien, der mit einer angemieteten A320 der italienischen Volare Air durchgeführt werden sollte.

Die Maschine konnte wegen eines Defekts nicht mit Passagieren abheben. 150 Menschen saßen in Tel Aviv fest! Der Pilotenverband sieht damit seine - von der AUA dementierten - Befürchtungen bestätigt.

Defekter Bolzen - 150 saßen fest!
Bei der Bodenabfertigung in Tel Aviv entdeckte ein Techniker bei dem Flugzeug einen defekten Befestigungsbolzen mit einem "Ermüdungsbruch" an einem Fahrwerktor, sagte ACA-Vorsitzender Wilhelm Maderner. Da dieser Defekt das Risiko berge, dass sich beim Einfahren des Fahrwerks das Tor nicht ganz verriegeln lasse, habe das Flugzeug nicht mehr mit Passagieren abheben dürfen. 150 Passagiere saßen in Tel Aviv fest!

Hinflug: Besatzung checkte selbst
Beim Hinflug von Wien nach Tel Aviv sei die Maschine der Volare Air nicht von der AUA-Technik, sondern von der Besatzung der Maschine selbst abgefertigt worden, was innerhalb der AUA-Gruppe eher unüblich sei. Möglicherweise hätte dieser Defekt bereits in Wien erkannt und durch ein Ersatzteil sofort repariert werden können. Es sei "verwunderlich", dass bei den Ersatzflugzeugen die in der AUA üblichen hohen Qualitätsstandards bei Überprüfungen beiseite gelassen würden.

Bei mangelnder Sicherheit bestehe die Gefahr, dass AUA ihren Status als Star Alliance-Partner verlieren könnte. Die Pilotenverbände von Lufthansa und United hätten derartige Bedenken bereits bei ihren Managements geäußert, derzeit warte man auf Reaktionen.

AUA dementierte
Die AUA wies derartige Kritik bisher entrüstet von sich: "Alle von uns eingesetzten Maschinen erfüllen die internationalen Sicherheitsbestimmungen", betonte AUA-Sprecher Johannes Davoras. Sorgen, dass die AUA-Gruppe darauf nicht achte, seien "unbegründet" und Behauptungen in diese Richtungen "haltlos und falsch".

Der für den samstägigen Flug Wien-Tel Aviv vorgesehene Airbus A320 der Volare sei direkt aus Mailand nach Wien gekommen und habe sich daher am Flughafen Wien in einem "normalen Transit" befunden. Nach internationalen Standards sei es nicht vorgeschrieben, dass im "normalen Transit" ein Techniker das Flugzeug checke, es sei lediglich ein Check durch die Piloten vorgesehen.
(apa, red)

13.10.2003 15:20