Montag, 13. Oktober 2003

WKÖ-Leitl: "Offensiv gegen Schreckgespenst Basel II"

  • Wirtschaftskammer und Wirtschaftstreuhänder stellen Forderungspaket für KMU und Gründer vor
  • Steuern runter für höhere Eigenkapital-Quote

Aus Basel gibt es neue Regeln für das Eigenkapital von Kredit-Instituten. Die Wirtschaftskammer präsentiert dazu ein Positionspapier. Chef Leitl: "Wir haben für die Klein- und Mittelbetriebe bei Basel II schon viel erreicht. Jetzt geht es darum, in die Offensive zu gehen." Er will die Eigenkapital-Quote der Unternehmen erhöhen - und die Steuern sinken sehen.

Fast die Hälfte der österreichischen Betriebe (44 Prozent) hat kein oder negatives Eigenkapital. 65 Prozent der österreichischen KMU greifen auf Finanzierungen durch Banken zurück - der EU-Schnitt liegt bei 46 Prozent, in den USA sind es unter 20 Prozent.

USA "drücken Richtlinien aufs Auge"
Leitl: "Wenn wir zurückschauen, dann war Basel II der Versuch der USA, der EU Richtlinien aufs Auge zu drücken, die auf die europäische Kreditstruktur und die europäische Betriebsgrößenstruktur keine Rücksicht nehmen." Leitl sieht eine massive Problematik für die Kleinstbetriebe mit bis zu zehn Mitarbeitern, von denen 53 Prozent kein oder negatives Eigenkapital aufweisen. Bei Beherbergungs- und Gaststätten in Österreich sind es sogar 65 Prozent.

Steuern runter!
Um die Eigenkapitalquote der österreichischen Unternehmen zu erhöhen, fordert Leitl die Senkung der Körperschaftssteuer von derzeit 34 auf 25 Prozent. Nicht entnommene Gewinne sollen auch bei Kapitalgesellschaften steuerlich begünstigt und die Beteiligungsfinanzierung stärker gefördert werden.

Laut Walter Rothensteiner, Vorstandsvorsitzender der RZB und Obmann der Bundessparte Bank und Versicherung, wird es in Basel "materiell kaum mehr Veränderungen geben: Die Frage wird jetzt sein, was die Europäische Kommission daraus macht und wie weit Brüssel auf die Anforderungen der Wirtschaft eingeht".
(apa, red)

13.10.2003 14:41