EZB in Sorge: Russisches Öl mit Euro-Preisen
- Europäer fürchten steigende Kurse, teurere Exporte
Die russischen Erdöl-Exporteure spielen mit dem Gedanken, ihr Öl künftig zu Euro-Preisen auf den Markt zu werfen. Vor der Euro-Einführung waren derartige Visionen der Traum der Europäer. Heute sind sie ein Alptraum: Man fürchtet Export-Einbrüche, wenn der Kurs der Gemeinschaftswährung steigt.
An der Oberfläche sind es aber altruistische Motive, die Europa gegen die Umstellung in Russland auftreten lassen: "Wir sind über die Lage in Ländern besorgt, die auf Ölimporte aus Russland angewiesen sind", behauptete EZB-Präsident Wim Duisenberg.
Bisher werden Ölgeschäfte weltweit auf Dollar-Basis abgewickelt. Auf die Möglichkeit einer Umstellung auf den Euro hatte der russische Präsident Wladimir Putin in der Vorwoche hingewiesen. Russlands Energieminister meinte, der Verrechnungsmodus sei letztlich eine Angelegenheit zwischen Käufer und Verkäufer.
Experten: Kurs könnte steigen, Exporte fallen
Westliche Finanzexperten vermuten, dass eine solche Umstellung die Nachfrage nach der europäischen Gemeinschaftswährung um knapp 145 Millionen Euro täglich steigen lassen. Ein weiter steigender Euro-Kurs würde nach Expertenansicht in erster Linie Exporteure im Euro-Raum beeinträchtigen.
(apa, red)
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