Nach UEFA-Cup-Aus: Austrias Jagd auf Rapid beginnt
- Stronach nach Dortmund-Match: "Bestes Spiel seit ich bei der Austria bin"
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Sieben Europacup-Partien ist die Wiener Austria nun ohne Sieg. Trotzdem analysierte der österreichische Fußball-Meister das UEFA-Cup-Rückspiel am Mittwoch in Dortmund (0:1) durch die Bank positiv. "Das beste Spiel seit ich bei der Austria bin", erklärte Big-Spender Frank Stronach sogar. Auch Coach Joachim Löw wollte seinem Team keinen echten Vorwurf machen: "Wir haben alles gegeben." Nun konzentrieren sich die Violetten vollauf die Meisterschaft. Bereits am Sonntag zu Hause gegen den GAK soll die Jagd auf den überlegenen Leader Rapid beginnen.
Bei einem Blick auf die starke Anfangsphase der zweiten Hälfte wäre für die "Veilchen" im Westfalenstadion trotz der 1:2-Heimniederlage eventuell sogar noch der ganz große Coup, das "Wunder von Westfalen", drinnen gewesen. "Nach der Pause hatten wir klare Vorteile. Wir haben das Spiel bestimmt und im Griff gehabt. Und das ist ja in Dortmund wahrlich nicht leicht", so Löw, der wie schon mehrmals zuvor auf die eklatante Abschlussschwäche von Rushfeldt und Co. verwies. "Vorne fehlt uns einfach die Konsequenz."
Kein Auswärtstor der Violetten
Die Statistik gibt dem Deutschen recht, denn seit der "Rückkehr" in den Europacup hat es gegen Donezk, Porto, Marseille und Dortmund kein einziges Auswärtstor der Austria zu sehen gegeben. Der bisher letzte Treffer in der Fremde auf internationaler Ebene gelang Peter Pacult am 8. August 1995 in der UEFA-Cup-Vorrunde beim 4:0 gegen den aserbaidschanischen Klub Kapaz Ganja.
Uncle Frank war zufrieden
Vizepräsident Andreas Rudas war stolz auf die Austria-Darbietung. "Bei einer 0:1-Niederlage klingt das zwar blöd, aber wir haben sehr gut gespielt. Es war eine weitere Verbesserung zu erkennen. Wir haben gut kombiniert und Druck gemacht." Der mit Fanschal ausgestattete Stronach, der gleich nach dem Spiel mit seinem Privatjet abdüste, war selbiger Meinung. "Aber leider fehlte uns bei den Chancen das Glück", haderte der Magna-Chef, der die Partie im Westfalenstadion mit Sturm-Präsident Hannes Kartnig und Bundesliga-Vorstand Peter Westenthaler genau unter die Lupe nahm.
Didulica will Austria-Tor weiter hüten
Im Tor der Wiener bekam Joey Didulica seine erste große Chance, der beim 0:1 durch einen Kopfball von Ricken aus spitzem Winkel nicht allzu gut aussehende Australier konnte mit seinem Auftritt vor 50.500 Fans gut leben. "Das sind die Spiele, die einen für das harte Training entschädigen. Wir hatten keine Angst und haben sehr, sehr gut gespielt", meinte Didulica, der auch gegen den GAK im Austria-Tor stehen möchte. "Ich hoffe, dass das eine langfristige Lösung ist."
Rückstand auf Rapid nicht beunruhigend
Die sieben Punkte Rückstand in der T-Mobile-Bundesliga auf den Erzrivalen Rapid sieht Didulica nicht allzu tragisch: "Wir haben eine Mannschaft, die in Österreich jedes Spiel gewinnen kann. Außerdem treffen alle Teams vier Mal aufeinander, da ist noch alles möglich." "Vize" Rudas zieht zwar vor Rapid den Hut, glaubt aber nach wie vor an die Violetten: "Wir sind im Plan. Rapid hat einen Superlauf, sie spielen derzeit außergewöhnlich. Wir haben aber alleine gegen Rapid noch drei direkte Duelle, da sind sieben Punkte nicht wirklich beunruhigend."
Deutsche Pressestimmen
"Westfälische Rundschau": "Austria Wien ein Sparring-Partner. Kaffeehaus-Stimmung beim Trainingsspiel vor 50.500 Zuschauern. BVB spaziert locker in die zweite Runde."
"Ruhr Nachrichten": "Austria weggewienert. Der harmlose Gast, dessen Mäzen Frank Stronach seit 1999 100 Millionen investiert hatte, servierte Borussia die Chancen auf dem Silber-Tablett."
"Bild": "Ricken mit Köpfchen und Borussia war durch. Das einzig Besondere bei den Gästen in Halbzeit eins: Eine Leuchtrakete der Fans. Wien wirklich ganz schwach. Zehn starke Minuten helfen vielleicht in der Dösi-Liga, aber nicht im Europacup."
"Kicker" (Dheedene, Vastic und Helstad wurden jeweils mit 5 benotet): "Dortmund ließ es ruhig angehen, kam aber gegen wenig konstruktiv aufbauende Wiener nicht in Bedrängnis. Borussia hatte in einer über weite Strecken langweiligen Auseinandersetzung wenig Mühe."
Deutsche Presse Agentur (dpa): "Ein müheloser 1:0-Erfolg über die müden Kaffeehaus-Fußballer von Austria Wien. Obwohl sich der Unterhaltungswert der Partie bis auf die ersten Minuten nach der Pause in Grenzen hielt, fiel das Fazit von Austria-Coach Joachim Löw erstaunlich positiv aus."
(apa/red)
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