Swasiland: Schwache Beteiligung bei Parlamentswahl
- König regiert absolutistische Monarchie per Erlass
- Politische Parteien verboten
Swasiland ist eine der letzten absolutistischen Monarchien der Welt. Dennoch wurde jetzt ein neues - machtloses - Parlament gewählt. Bürgerrechts-Aktivisten hatten zum Boykott der Wahl aufgerufen; die Wahlbeteiligung blieb niedrig.
Politische Parteien sind in Swasiland verboten, der König regiert per Erlass. Ein Mitglied der Wahlkommission führte die zunächst sehr schwache Wahlbeteiligung jedoch auf das kalte Wetter zurück.
Zwar war der Samstag zum Feiertag erklärt worden, die Beschäftigten erhalten für diesen Tag aber, wenn sie tatsächlich nicht arbeiten gehen, keinen Lohn. Einen Verdienstausfall können sich die meisten Swasiländer nicht leisten. Daher gehen sie trotz Feiertag arbeiten.
Die Auszählung der Stimmen war für Sonntag vorgesehen.
Das Parlament wird alle fünf Jahre gewählt und dient in erster Linie als demokratisches Feigenblatt für das Kabinett, das von König Mswati III. eingesetzt wird. Die 55 gewählten Abgeordneten repräsentieren verschiedene Stämme, zehn weitere werden vom Monarchen bestimmt. Er ernennt auch 20 der 30 Oberhaus-Mitglieder, die übrigen zehn werden vom Unterhaus gewählt.
Swasiland, das zwischen Südafrika und Mosambik liegt, erlangte 1968 die Unabhängigkeit von Großbritannien. Die Kolonialmacht hinterließ eine demokratische Verfassung, die eine parlamentarische Monarchie vorsah. Doch nach dem Wahlsieg der Monarchisten 1973 setzte Mswatis Vater, König Sobusa II., die Verfassung außer Kraft.
(apa, red)
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