Nach Präsidenten-Wahlen: Blutige Ausschreitungen in Aserbaidschan
- Straßenschlachten zwischen Oppositions-Anhängern und Polizei
- Unruhen begannen nach Bekanntgabe von Alijews Wahlsieg

Kurz nach Bekanntgabe der Wahl von Ilcham Alijew zum Nachfolger seines Vaters als Präsident von Aserbaidschan ist es in der Hauptstadt Baku zu schweren Ausschreitungen gekommen. Mehrere Tausend Anhänger der Opposition, die den Machthabern Wahlfälschung vorwarfen, lieferten sich mit schwer bewaffneten Einheiten der Polizei Straßenschlachten im Zentrum der Stadt.
Bei den Zusammenstößen wurden mehrere Dutzend Menschen nach Berichten von Augenzeugen schwer verletzt. Mit Bekanntwerden des Ergebnisses versammelten sich enttäuschte Anhänger der Opposition im Zentrum Bakus. Mit den Rufen "Betrüger" und "Diebe" zogen sie vor das Regierungsgebäude und begannen dort, Autos zu demolieren.
Die Polizei schritt massiv mit Schlagstöcken, Wasserwerfern und Tränengas ein. Es entwickelten sich rund dreistündige Straßenschlachten. Auch eine Gruppe von rund 20 in- und ausländischen Journalisten wurde in Mitleidenschaft gezogen. Die Polizei knüppelte die Reporter wahllos nieder, berichteten Augenzeugen.
Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) äußerte Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Wahl, die von "Unregelmäßigkeiten" geprägt und "hinter den internationalen Anforderungen zurückgeblieben" sei. Aserbaidschan verdiene "eine bessere Wahl als diese", sagte der Leiter der Beobachtermission der OSZE, Peter Eicher. Der Urnengang sei eine "verpasste Gelegenheit" für die Demokratie. OSZE und Europarat hatten insgesamt 600 Beobachter entsandt, um über den rechtmäßigen Ablauf der Wahl zu wachen.
(apa)
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