Mittwoch, 15. Oktober 2003

Fährunglück in New York: Kapitän brach über Steuer zusammen

  • Fähre kracht ungebremst auf Dock - Als Ursache werden Medikamente vermutet
  • Plus: Die Bilder vom Unglück!

Der Kapitän der in New York verunglückten Fähre ist offenbar kurz vor dem Unfall über dem Steuer zusammengebrochen. Grund: Möglicherweise Medikamente gegen Bluthochdruck. Der 55-Jährige hatte nach dem Fährunglück mit zehn Toten versucht, sich das Leben zu nehmen. Ein Alkoholtest fiel negativ aus.

Die Fähre aus Manhattan war am Mittwochabend mit 1.500 Menschen an Bord vor Staten Island in die Kaimauer geprallt. 60 Passagiere lagen am Donnerstagabend noch im Krankenhaus, acht davon in Lebensgefahr. Eine der drei Vermissten tauchte heil und gesund bei Freunden auf; es wird daher von zehn Todesopfern ausgegangen.

Wie am Donnerstag bekannt wurde, stand der Kapitän auch bei einem Unglück im Jahr 1995 am Steuer; der damalige Unfall wurde auf das Versagen einer Schiffsschraube zurück geführt. Auch damals prallte die Fähre in die Kaimauer von Staten Island, mehrere Passagiere wurden verletzt. Der 55-Jährige arbeitet bereits seit 15 Jahren für die New Yorker Verkehrsbehörde.

Nach seinem Selbstmordversuch befand sich der Kapitän in einem kritischen Zustand. Er sei möglicherweise so auf die Steuerung gefallen, dass die Fähre noch beschleunigt wurde, berichtete einer der Ermittler. Dies würde Beobachtungen von Augenzeugen erklären, wonach das Schiff kurz vor dem Aufprall schneller wurde.
(apa/red)

15.10.2003 23:01