Mittwoch, 15. Oktober 2003

Moderne NATO-Eingreiftruppe: Dienstantritt der NRF

  • "NATO Response Force" mit 9.000 Soldaten aus 14 Staaten
  • Aufgaben: Von Evakuierungen bis zur "Friedenserzwingung"

Ein knappes Jahr nach der Entscheidung der NATO-Staaten zum Aufbau einer modernen Eingreiftruppe hat die "NATO Response Force" (NRF) am Mittwoch offiziell den Dienst angetreten. Im niederländischen Brunssum übergab NATO- Oberbefehlshaber James Jones die Flagge der NRF an den Kommandanten des NATO-Abschnitts Nordeuropa, den britischen General Jack Deverell.

Dieser ist nun zuständig für den weiteren Aufbau der Truppe, der in drei Jahren vollendet sein soll. Oberbefehlshaber Jones und NRF-Kommandant Deverell sprachen von einem historischen Tag für die NATO.

Die neue NATO-Streitmacht vereint zum ersten Mal Luft-, Land- und Seestreitkräfte unter einem Kommando. Derzeit stehen 9000 Soldaten aus 14 NATO-Staaten dafür bereit. Die volle Einsatzstärke soll in drei Jahren mit etwa 20.000 Soldaten erreicht werden. Zu den Aufgaben der NRF gehört das gesamte Spektrum von Evakuierungen bis hin zu friedenserzwingenden Einsätzen. Die Truppe kann innerhalb von fünf Tagen mobilisiert werden und soll in der Lage sein, sich bis zu 30 Tage lang selbstständig im Einsatzgebiet zu halten.

NATO-Angaben zufolge stellt Spanien für die Truppe 2.200 Soldaten bereit, Frankreich 1.700 Mann, Deutschland 1.100 und die USA 300. Unterstützt wird die Einheit von Marine und Luftwaffe. Ein erstes Manöver ist im November in der Türkei geplant. Die USA hatten auf die Bildung der Eingreiftruppe bestanden, um sie auch im Kampf gegen den Terrorismus einzusetzen.

Jones betonte, dass die NRF eine stets verfügbare Truppe sein wird, während bisher die Zusammenstellung von Truppen erst bei Bedarf erfolgt. In den nächsten Monaten werde an den Strukturen weiter gefeilt, betonte Jones. Am Ende werde die NATO mit der NRF in der Lage sein, früher, schneller, in größeren Entfernungen und mit größerer Durchhaltefähigkeit auf Krisen zu reagieren.

(apa)

15.10.2003 16:56