Dienstag, 14. Oktober 2003

Iranische Opposition: Geheime Nuklearanlage entdeckt

  • Anlage nahe Isfahan soll zur Urananreicherung genutzt werden

Bastelt der Iran an Atomwaffen? Auf diese Frage, die die Internationale Atomenergie-Agentur (IAEO) derzeit untersucht, scheint die iranische Opposition in Wien eine Antwort gefunden zu haben: Die so genannten Volks-Mujaheddin (MKO) haben Informationen über eine geheime Nuklearanlage veröffentlicht, die 15 Kilometer östlich von Isfahan liegen soll.

Die Anlage, die unter dem Namen "Isfahan Treibstoffforschung- und Produktionscenter" eingetragen sei, soll der Überprüfung von Zentrifugen zur Anreicherung von Uran dienen, sagte der außenpolitische Sprecher des Nationalen Widerstandsrates (National Council of Resistance, NCR), Firouz Mahui, vor Journalisten in Wien.

Nach Informationen des geheimen Kommandorates der Volks-Mujaheddin im Iran sollen auf dem 150.000 Hektar großen Gelände zwischen 120 und 180 Zentrifugen zu Testzwecken installiert werden. Auf dem Gelände soll sich außerdem ein Forschungszentrum für Nukleartreibstoff befinden. In Planung seien laut Volks-Mujaheddin außerdem eine Verarbeitungsanlage für hochangereichertes Uran, deren Endprodukte der Nuklearanlage in Natanz zukommen sollen.

Mahui gibt sich überzeugt, dass das iranische Regime bis 2005 Nuklearwaffen besitzen werde. Der Iran scheue keine Mühen, um sein Nuklearprogramm trotz den Inspektionen der IAEO abzuschließen, so Mahui. Das Regime habe für diese Zwecke zahlreiche kleinere Nuklearanlagen im ganzen Land installiert, die von den Inspektoren der IAEO nicht entdeckt werden sollen, denn die Regierung im Iran sehe den Besitz von Atomwaffen als "politische Überlebensstrategie", betonte Mahui. (APA/red)

14.10.2003 14:19