Nach Unruhen: Boliviens Präsident lenkt ein
- Wochenlange Krawalle mit über 70 Tote

Der bolivianische Präsident Gonzalo Sanchez de Lozada hat am Mittwoch nach wochenlangen Unruhen mit mehr als 70 Toten einen Ausweg aus der Krise angeboten. Sanchez de Lozada ging nach Medienangaben mit seinen Vorschlägen auf wesentliche Forderungen der Opposition ein. Sanchez schlug unter anderem ein Referendum über die umstrittenen Gaslieferung an die USA und Mexiko vor.
In seinem so genannten "Manifest" verlangte der Sanchez, die Demokratie und die bestehende Ordnung müssten verteidigt werden. Der Präsident sei bereit, über alles zu reden, außer über seinen Rücktritt, versicherte sein Außenminister Carlos Saavedra. Die Gegner von Sanchez de Lozada rief der Minister zu einem Ende ihrer gewaltsamen Proteste auf.
Die seit Wochen anhaltenden Proteste richteten sich vor allem gegen geplante Gasexporte über Chile nach Mexiko und in die USA. Die verarmten Kokabauern und die Gewerkschaften kritisieren die niedrigen Gewinnspannen für das Land. Obwohl Staatschef Sanchez de Lozada inzwischen einlenkte, dauern die Proteste, bei denen bislang mehr als 70 Menschen starben, weiter an.
Bei den Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten wurden am Mittwoch erneut zwei Menschen getötet. Nach Angaben eines lokalen Priesters starben die beiden Männer bei dem Versuch der Armee, einen Konvoi streikender Minenarbeiter auf dem Weg von der Andenstadt Patacamaya nach La Paz zu stoppen. Als der Konvoi trotz Tränengas und Gummigeschossen weiterfuhr, eröffneten die Soldaten das Feuer; mindestens 20 weitere Menschen wurden laut dem Priester und Menschenrechtsvertretern verletzt.
(APA)
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