Mann erschoss Ehefrau vor den Augen seiner Töchter: Heute Prozess im Wiener Landesgericht
- Staatsanwaltschaft beantragt Einweisung in Anstalt
Es war ein grauenhaftes Verbrechen: Am 7. Oktober 2002 erschoss ein Familienvater in Wien-Ottakring vor den Augen seiner beiden kleinen Töchter seine Ehefrau. Heute wird dem Mann im Wiener Landesgericht der Prozess gemacht. Der vom Gericht bestellte Psychiater Heinrich Pfolz bescheinigt Mustafa G. (40) eine Eifersuchtspsychose. Er habe sich zum Tatzeitpunkt in einem die Zurechnungsfähigkeit ausschließenden Zustand befunden, heißt es in dem Gutachten. Daher muss sich der Mann jetzt nicht wegen Mordes vor einem Schwurgericht (Vorsitz: Peter Liebetreu) verantworten.
Laut psychiatrischem Befund liegt eine geistig-seelische Abartigkeit höheren Grades liege vor, was einem Schuldausschließungsgrund gleichkommt. Die Staatsanwaltschaft Wien beantragt daher, den Täter in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher einzuweisen, da ansonsten zu befürchten wäre, dass der gebürtige Türke neuerlich eine mit Strafe bedrohte Handlung mit schweren Folgen setzt. Mustafa G. war in dem Haus in der Lorenz-Mandl-Gasse, in dem er seit längerem mit seiner fünfköpfigen Familie lebte, für seine Eifersucht bekannt. Man durfte seine Frau Sahide (33) nicht grüßen, er vermeinte, diese hätte sich im Keller ein "Liebesnest" eingerichtet.
(apa/red)
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