Mittwoch, 15. Oktober 2003

FP-Regierungs-Umbildung: Auch Haupt beim Kärntner Landesparteitag

  • Haider: "Jeder in der FPÖ weiß, was zu tun ist"
  • Plus: Wer in der FPÖ künftig seinen Posten räumen muss!

Auch wenn die parteiinterne Kritik an der FP-Regierungsmannschaft täglich stärker wird: Das Motto beim ordentlichen Landesparteitag der Kärntner FP am 25. Oktober lautet "Wir schaffen es!". Eine Regierungsumbildung wäre denkbar. Auch Parteichef und Vizekanzler Herbert Haupt wird nach St. Kanzian am Klopeinersee kommen.

Nur FP-Kärnten-Chef Martin Strutz spricht von einem "Routineparteitag". Er hat Bundesparteiobmann Haupt eingeladen. "Ich gehe davon aus, dass er auch kommen wird", so Strutz. "Schon deshalb, weil er Bezirksobmann von Spittal an der Drau ist."

Jörg Haider hält sich zu den Gerüchten über die mögliche Regierungs-Umbildung bedeckt, verrät aber: "Jeder in der FPÖ weiß, was zu tun ist".

Neue Mannschaft?
Gerüchten zufolge steht die neue Mannschaft schon in den Startlöchern. Auch Telefonate zwischen Haider und Haupt nähren die Gerüchte. Herbert Haupt, Karl Schweitzer und Reinhart Waneck zählen bei einer möglichen Regierungsumbildung zu den Fixbetroffenen.Mit dem Posten des Sportstaatssekretärs darf der Kärntner Sportlandesrat und Haider-Intimus Gerhard Dörfler liebäugeln. Dörfler soll, so Fußball-Experten, sicherstellen, dass Bundesgelder in den Ausbau des Wörthersee-Fußballstadions fließen.

Haubner als Sozialministerin
Die Sozialstaatssekretärin gilt als Sacharbeiterin. Sie wird sowohl innerhalb der FPÖ als auch vom Koalitionspartner geschätzt. Sie wurde sogar als mögliche Vizekanzlerin gehandelt. Einziges Hindernis: Haubner ist Haiders Schwester und möchte sich in dem blaublauen Konflikt neutral verhalten. Das Vizekanzleramt lehnt sie daher strikt ab. Das Sozialministerium würde sie aber nehmen.

Haupt als FP-Klubchef
Geht es nach Jörg Haider, soll der glücklose Vizekanzler Herbert Scheibner als Klubchef beerben. Sowohl Haupt als auch Scheibner halten allerdings wenig von dieser Rochade. Herber Scheibner müsst entweder einfach Abgeordneter werden, oder er könnte - falls Thomas Prinzhorn Vizekanzler werden sollte - seinen Traumjob Nationalratspräsident machen.

Vizekanzler-Optionen
Dieter Böhmdorfer
Der Justizminister ist schon seit längerem für höhere Weihen bestimmt. Denn der ehemalige Haider-Anwalt hat sich gegenüber der ÖVP als streitbarer Minister etablieren können. Genau das könnte allerdings seinen Aufstieg zum Vizekanzler verhindern. Denn Kanzler Schüssel soll Haider bereits klar signalisiert haben, dass er den FP-Koordinator als Vize nicht goutieren würde.

Thomas Prinzhorn
Der Dritte Nationalratspräsident und blaue Industrielle ist schon seit Monaten für Abberufung Haupts. Derzeit gehört er zwar nicht zu den Favoriten für die Haupt-Nachfolge, er könnte allerdings zum FP-Kompromisskandidaten werden. Denn sollte Prinzhorn Haupt ersetzen, und der wiederum Herbert Scheibner als Klubchef ablösen, wäre der Präsidentenposten für den Ex-Verteidigungsminister frei, den er ursprünglich angestrebt hatte.

Hubert Gorbach
Der Infrastrukturminister hatte vergangenen Mittwoch hohen Besuch aus Kärnten: Haider präsentierte ihm seine Regierungsumbildungspläne. Hubert Gorbach war mit Haider zwar seit längerer Zeit alles andere als grün, doch offenbar ist die Parteiliebe wieder erwacht. Gorbach gilt als Hauptfavorit für die Haupt-Nachfolge, auch weil er für die ÖVP am kompatibelsten erscheint. Allerdings meint ein VP-Mann: "Gorbach ist nicht in der FP verankert. Da beginnt das Theater wieder."

Haider-Rückkehr
Nach den geschlagenen Landtagswahlen in Kärnten, besteht noch immer die Möglichkeit, dass Jörg Haider an die Parteispitze zurückkehrt. Ob dabei die ÖVP mitspielen würde, bleibt natürlich fraglich.

15.10.2003 14:19