"Krone"-Krieg: WAZ will Dichand zwingen Sohn zu kündigen
- Rechtsanwalt droht bei Nicht-Kündigung mit Klage wegen Treueverstoß
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Chronik im Kampf Krone vs. WAZ
·Jänner 2003
Dichand-Sohn übernahm "Erbe"
Der Konflikt zwischen der WAZ und Hans Dichand geht in die nächste Runde. Die WAZ droht mit einer zweiten Klage gegen den "Krone"-Chef. Sie fordert Dichand sen. auf, seinen Sohn, den Chefredakteur Christoph Dichand, zu kündigen. Sollte er dies nicht tun, wäre das ein Treueverstoß, gegen den man Klage einbringen werde.
Es geht um den schon früher seitens der WAZ erhobenen - und von ihm bestrittenen - Vorwurf, Dichand junior lasse über Unternehmen, an denen er Anteile hält, wohlwollend berichten, so die "Presse".
Es sei für die Gesellschaft "untragbar, dass einer ihrer leitenden Angestellten - der Chefredakteur der größten österreichischen Tageszeitung - seine Position zum eigenen Vorteil missbraucht", heißt es in einem der "Presse" vorliegenden Schreiben an Dichands Anwaltskanzlei. Deshalb fordert die WAZ den "Krone"-Chef auf, der Lösung des Dienstverhältnisses mit seinem Sohn zuzustimmen.
Die WAZ hält in ihrem Schreiben fest, "dass jeder Gesellschafter verpflichtet ist, sein Stimmrecht uneigennützig auszuüben, also stets so, dass die Interessen der Gesellschaft voll gewahrt werden". Die damit verbundene Drohung der WAZ findet sich ein paar Zeilen weiter: "Sollte Hans Dichand den Antrag auf Auflösung des Dienstverhältnisses ablehnen - und somit die Treuepflicht gegenüber der Gesellschaft verletzen - bin ich beauftragt, gegen ihn Klage zu erheben und das Zustandekommen des Beschlusses durchzusetzen."
Über eine solche Klage müsste ein Schweizer Schiedsgericht befinden. Die erste Klage, mit der die WAZ Hans Dichand als "Krone"-Geschäftsführer ablösen will, soll dieser Tage eingebracht werden. Die Abstimmung über die Auflösung des Dienstverhältnisses seines Sohnes will die WAZ entweder in einer Gesellschafterversammlung oder per Umlaufbeschluss durchführen. Hans Dichand war für die "Presse" für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
(apa/red)
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