FPÖ-Reaktion: Überraschend scharfe Worte aus der ehemaligen Heimatpartei Grassers
- Haider: "Grasser soll FPÖ nicht über Gebühr strapazieren"
Auch die FPÖ reagierte überraschend scharf auf die Vorwürfe gegen ihr ehemaliges Parteimitglied Grasser: Salzburgs FPÖ-Obmann Schnell forderte einen sofortigen Rücktritt Grassers, FP-Vize Walch möchte ebenfalls Konsequenzen sehen, sollten sich die Vorwürfe als Wahr gerausstellen. Und Kärntens Landeshauptmann Haider warnt Grasser, er solle die FPÖ nicht über Gebühr strapazieren. Der Kärntner FPÖ-Obmann Martin Strutz fordert die möglichst rasche Einberufung der FPÖ-Bundesparteigremien, um den "Fall Grasser" zu beraten.
Den Rücktritt von Finanzminister Grasser forderte am Montag, der Salzburger FPÖ-Obmann Karl Schnell. "Ein Finanzminister, der überall spart, etwa bei den Pensionen, aber gleichzeitig ständig nur auf sein eigenes Säckel schaut, ist absolut untragbar", meinte Schnell gegenüber der APA. "Die Skandale Grassers reißen nicht ab."
Auf die Frage, ob er den FPÖ-Nationalratsabgeordneten im Falle eines neuerlichen Misstrauensantrages gegen Grasser die Zustimmung dazu empfehle, meinte Schnell "das müssen sie selber wissen". "Jemand, der so unvereinbar Aktien hält und das nicht bekannt gibt, kann es nicht sein." Ein Finanzminister, welcher der Bevölkerung so viel abverlange, habe ein Vorbild zu sein, so Schnell.
Haider: "FPÖ ist Karl-Heinz Grasser lange zur Seite gestanden"
Für den Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (F) ist es Sache des Parlaments und der ÖVP, ob in der "Causa Grasser" ein Misstrauensantrag gestellt oder ein Untersuchungsausschuss beantragt wird. "Ich sage nur so viel: Die FPÖ ist Karl-Heinz Grasser lange zur Seite gestanden, er sollte sie daher nicht über Gebühr strapazieren", erklärte er am Montag in Klagenfurt.
Im Zusammenhang mit der Forderung des Salzburger FPÖ-Obmannes Karl Schnell, Grasser möge zurücktreten, meinte Haider: "Ich selbst werde mich da heraushalten. Es schmerzt mich aber, dass ein so talentierter Politiker wie Grasser es ist, in solch eine Lage gerät wie jetzt".
FPÖ-Sozialsprecher Sigisbert Dolinschek hält Grasser für "rücktrittsreif. Für mich wird die Sache für den Finanzminister immer enger. Wir werden ihn nicht mehr lange halten können", sagte Dolinschek im Radio-Mittagsjournal des ORF.
Familiendrama in St. Pölten15:23
Bluttat: Bub ist totÄrzte kämpften erfolglos: Achtjähriger Bub nach Kopfschuss gestorben
