SPÖ-Reaktion: "Licht ins System Grasser bringen"
- SPÖ beantragt Untersuchungsausschuss
Die SPÖ wird nächste Woche im Nationalrat einen Untersuchungsausschuss zur "Causa Grasser" beantragen, erklärte SPÖ-Vorsitzenden Alfred Gusenbauer Montag in einer Pressekonferenz. Man müsse "endlich Licht ins Dunkel des Systems Grasser" bringen. Das Verhältnis zwischen öffentlichen Finanzen und den privaten Finanzen von Finanzminister Karl-Heinz Grasser müsse untersucht werden.
Grasser selbst müsse Interesse haben, "sich durch umfangreiche Aufklärung reinzuwaschen". Denn: "Ein Finanzminister, der solchen Beschuldigungen ausgesetzt ist, ist politisch nicht mehr handlungsfähig."
"Ein Minister, der ein Gefühl von Anstand hat, wüsste, was er tun sollte, nämlich möglichst bald den Hut nehmen", meinte Gusenbauer. Es habe "noch nie einen Finanzminister gegeben, der so viel Geld für Image und Beratung aufgewendet hat" - und für in drei Jahren ausgegebene 30 Millionen Euro "so schlecht beraten" worden sei. Nicht nur die neue "Affäre" um Grassers nicht dem Unvereinbarkeitsausschuss gemeldeten Aktienbesitz sei aufklärungsbedürftig, auch die Honorar-Affäre und die Homepage-Affäre.
Der Kärntner FPÖ-Klubobmann Strutz hatte gestern gemeint, die FPÖ solle einen Untersuchungsausschuss gegen Grasser nicht verhindern, sollte die Opposition einen beantragen. Auf die Frage, ob die SPÖ um Stimmen der FPÖ werben wird, meinte Gusenbauer, er könnte sich vorstellen, dass die Regierungsparteien selbst Grasser empfehlen, sich der Aufklärung im U-Ausschuss zu stellen.
(apa/red)
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