Reaktion der Grünen: : Pilz will nicht locker lassen
- Kündigt weitere Anfragen und Reihe von Pressekonferenzen an - "Bis das Zwielicht im Finanzministerium abgedreht wird"
Der Grüne Abg. Peter Pilz will im Zusammenhang mit dem Aktienbesitz von Karl-Heinz Grasser nicht locker lassen. Bei einer Pressekonferenz am Montag kündigte Pilz weitere parlamentarische Anfragen an den Minister an. Zudem wollen die Grünen einmal mehr einen Misstrauensantrag gegen Grasser einbringen und einen Parlamentarischen Untersuchungsausschuss beantragen.
Er hoffe, dass die FPÖ hier zu ihren Aussagen stehen und eine klare Mehrheit für einen Misstrauensantrag zu Stande kommen werde, betonte Pilz.
Von Grasser will Pilz nun wissen, warum er als einer der wenigen Y-Line-Aktionären seinen Aktienanteil an dem in die Pleite geschlitterten Internet-Unternehmen rechtzeitig verkaufen konnte. Grasser habe sein Aktienpaket im Dezember 2000 mit bis zu 45 Prozent Gewinn abgestoßen, kurze Zeit später habe es einen Kurssturz bei Y-Line gegeben. "Hat Karl-Heinz Grasser mehr gewusst als andere Aktionäre? War er - was Y-Line betrifft - ein Insider?", will Pilz wissen. Schließlich handle es sich bei Y-Line möglicherweise um einen der größten Betrugsfälle der vergangenen Jahre. Ein Gerichtsurteil in dieser Sache ist noch ausständig.
Zudem will Pilz wissen, ob Grasser zusätzlich zum am Wochenende veröffentlichten persönlichen Aktienbesitz noch Anteile an weiteren Firmen über Treuhänder hält. Er nannte etwa einen Liechtensteiner Treuhänder, der regelmäßig mit Karl-Heinz Grasser Yacht-Urlaub mache. Weitere Details zu den Vorwürfen an Grasser will Pilz in einer Reihe von Pressekonferenzen veröffentlichen. Der Finanzminister sei längst unhaltbar geworden. Er werde so lange weitermachen, "bis das Zwielicht im Finanzministerium abgedreht wird", betonte Pilz.
(apa)
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