FORMAT: Wie Spar-Chef Drexel Billa den Rang ablaufen will
- Schwerpunkt Ostösterreich: Spar will endlich Nummer eins werden
- Preisschlacht, Eigenmarken, Convenience
Wenn Gerhard Drexel, 48, über die Lebensmittelkette Spar spricht, ist er kaum zu stoppen. Der Vorarlberger macht keinen Hehl daraus, dass er mit Leib und Seele an dem Unternehmen hängt. Es gehört schließlich zu einem Drittel seiner Familie, den Rest besitzen die Familien Reischl und Poppmeier.
Das große Ziel des Konzerns bleibt: Den Billa-Konzern (Rewe-Austria) zu überholen und auf Platz zwei des heimischen Lebensmittelhandels zu verweisen.
Fest steht: Spar wächst kontinuierlich. Im Vorjahr stieg der Umsatz um 5,3 Prozent auf 3,57 Milliarden Euro. "Damit sind wir das dritte Jahr in Folge Wachstumsführer", berichtet Drexel nicht ohne Stolz.
Spar profitierte, mehr noch als Rewe, vom gewaltigen Konzentrationsprozess im Lebensmittelhandel. Schon 1997 kaufte Drexel 32 familia-Märkte von der Schweizer Migros in Tirol und Vorarlberg.
Der beinharte Kampf um Österreichs Osten
Zwei Jahre später, 1999, begann Drexel, sich im Billa-Hoheitsgebiet in Ostösterreich verstärkt auszubreiten. Erst schnappte sich Drexel PamPam-Filialen, dann den Löwenanteil der Meinl-Standorte.
An den Streit zwischen Rewe-Chef Veit Schalle und Spar-Boss Gerhard Drexel hat sich der heimische Handel bereits gewöhnt. Auch vor Gericht gehen die beiden nicht zimperlich miteinander um.
Wahl der Waffen
Die Waffen, mit denen die beiden Gegner um den Sieg kämpfen, sind derzeit: Die Preise; die Eigenmarken; Convenience, also Komfort beim Einkaufen; und die Filial- und Flächenexpansion.
Wachstum kostet freilich Geld, viel Geld. Geld, das sich Spar vor zwei Jahren über eine Unternehmensanleihe an der Börse holte. Insgesamt 200 Millionen Euro.
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