Mittwoch, 8. Oktober 2003

Lehrlings-Misere: 13.000 stehen ohne Stelle da

  • Heftige Kritik von Verzetnitsch an Arbeitsmarktpolitik der Regierung

Heftige Kritik an der Arbeitsmarktpolitik der Regierung übte am Mittwoch ÖGB-Präsident Verzetnitsch angesichts der dramatischen Situation am heimischen Lehrstellenmarkt. Es reiche nicht, Zustände zu beschreiben, sondern es müssen Möglichkeiten und Chancen geboten werden. Mit Vergleichen mit dem Ausland werde den 13.000 Jugendlichen, die heuer keine Lehrstelle finden, nicht geholfen, so der ÖGB-Präsident im Rahmen eines bundesweiten Aktionstages der Österreichischen Gewerkschaftsjugend am Wiener Donauturm.

Mehr als 13.000 Jugendliche werden diesen Herbst keine Lehrstellen in einem Betrieb finden. Davon sind 7.434 beim AMS gemeldete Lehrstellen Suchende, 696 längerfristig Suchende, 1.850 in Lehrgängen und 3.164 in kurzfristigen Schulungsmaßnahmen. Ende September d. J. waren 38.127 unter 25-Jährige arbeitslos gemeldet. Mit den 13.144 Lehrstellen Suchenden sind das insgesamt 51.271 Jugendliche, die weder einen Job haben noch einen Ausbildungsbetrieb gefunden haben. Lediglich für 5.500 Jugendliche werde heuer ein Platz im Auffangnetz in Aussicht gestellt, betonte der Vorsitzende der Österreichischen Gewerkschaftsjugend, Jürgen Eder.

Im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit fordert der ÖGB Ausbildungsfonds, die von allen Unternehmen getragen werden, so Verzetnitsch und verwies auf die Vorarlberger Metallindustrie, wo seit 30 Jahren ein vergleichbares Modell bestehe. Ein Lastenausgleich sei dringend notwendig. Darüber hinaus müssten alle öffentlichen Förderungen an Qualitätskriterien gebunden sein. Grundsätzlich gehe es darum, vorhandene Ausbildungsplätze zu nützen, so Verzetnitsch. Ausbildungsplätze seien da, aber die Wirtschaft stelle keine Lehrlinge ein.

(apa)

8.10.2003 21:55