Mittwoch, 8. Oktober 2003

Gericht verbietet AUA-Streik "Dann streiken wir gleich!"

  • Erste AUA-Flüge bereits am Freitag Abend gestrichen!
  • Auch Lauda Air-Betriebs-Versammlung ab 9.30 Uhr!

Knalleffekt im AUA-Arbeitskampf: Das AUA-Management hat am Freitag Nachmittag die für Samstag ab 6 Uhr geplanten Betriebsversammlungen gerichtlich verbieten lassen. Den Bordbetriebsräten drohen teure persönliche Schadenersatzklagen. "Wenn die Betriebsversammlung verboten ist, dann müssen wir gleich mit dem Streik beginnen", meint der AUA-Bordbetriebsrats-Vorsitzende Wolfgang Hable. Worauf bereits Freitag Abend erste Flüge gestrichen wurden! Und auch die Lauda Air-Belegschaft will sich um 9.30 Uhr zum Thema "Aktuelle Ereignisse" versammeln.

Auf dem aktuellen Flugplan der AUA Gruppe waren Freitagabend die ersten Auswirkungen des Arbeitskampfs des fliegenden Personals bereits ersichtlich. Diverse Flüge der Austrian Airlines (AUA) waren am Freitagabend und Samstag bereits gestrichen. Nach AUA- Angaben wurden die betroffenen Passagiere vorsorglich auf andere Flüge umgebucht.

"Ausfall" heißt es auf der Homepage des Wiener Flughafens (http://www.viennaairport.at) für Samstag bereits zu folgenden OS- Linienkursen (Abflüge): München (6.50 Uhr), Frankfurt (7.00 Uhr), Warschau (7.10), Innsbruck (9.40 Uhr), Hamburg (14.30 Uhr) und Berlin (15.10 Uhr). Bereits am heutigen Abend bleibt ein AUA-Flieger nach Antalya (20.25 Uhr) am Boden.

Bei den den angesprochenen Flügen handelt es sich laut AUA "bereits um vorsorgliche Zusammenlegung von Flügen, von teilweisen Abtäuschen mit Partner Lufthansa im Deutschlandverkehr und um im voraus geplante Streichungen mit bereits erfolgten Umbuchungen der Fluggäste".

Bei den ankommenden Maschinen fallen aus vorläufiger Sicht folgende Flüge der AUA Group aus: Der Lauda-Kurs von Linz am Freitagabend, Antalya in den frühen Morgenstunden, die AUA-Frühkurse von Linz und Innsbruck, München, Warschau, Frankfurt, Hamburg, Berlin und Innsbruck.

Auch Lauda Air-Betriebs-Versammlung ab 9.30 Uhr
Überraschend hat auch die Lauda Air eine Betriebsversammlung am Samstag im World Trade Center (WTC) beim Flughafen Wien-Schwechat einberufen. Das verlautete aus Gewerkschaftskreisen am Freitagabend zur APA. Thema der Versammlung: "Aktuelle Ereignisse", von denen jetzt auch das Bordpersonal der AUA-Tochter Lauda Air informiert werden solle.

Gericht untersagt Streik
Auf Grund des Faktums, dass der Bordbetriebsrat "die betriebsstörende Absicht" im Rahmen der für morgen, Samstag, anberaumten Betriebsversammlung für das fliegende Personal von Austrian "klar dokumentierte" und "ein weiterer großer wirtschaftlicher und imagemäßiger Schaden somit absehbar war", hat die Unternehmensleitung eine Unterlassungsklage, verbunden mit einem Antrag auf Erlassung einer einstweiligen Verfügung, bei Gericht eingebracht.

Dieser einstweiligen Verfügung sei auf Grund der Offensichtlichkeit der wirtschaftlichen Bedrohung für die Gesellschaft und der Verhältnismäßigkeit der Vorschläge und Vorgangsweise der Unternehmensleitung binnen weniger Stunden stattgegeben worden.

Schadenersatz-Ansprüche gegen Betriebsrat
Für den Fall, dass der AUA-Bordbetriebrat die Betriebsversammlung durchführe, müsse er damit rechnen, dass Schadenersatzansprüche persönlich gegen die Mitglieder des Bordbetriebsrats gerichtet werden können.

Sörensen hat kein Verständnis für Streik
Vorstandsvorsitzender Vagn Sörensen hat "absolutes Unverständnis" für einen drohenden Streik des Bordpersonals der AUA, die unter dem Markennamen "Austrian" fliegt. Das Management müsse die geplanten Sparmaßnahmen durchziehen, "sonst ist die Zukunft der AUA gefährdet". Sörensen nannte einen Streik "völlig verantwortungslos", bezeichnete die AUA-Piloten und -Flugbegleiter aber als kompetente Profis und sehr gute Mitarbeiter. Doch müsse auch bei ihnen gespart werden.

An der Höhe der geplanten Einsparungen im AUA-Flugbetrieb - 30 Mio. Euro bis 2008 - könne nicht gerüttelt werden, beim Wo sieht der AUA-Chef aber "viel Gestaltungsspielraum".

Im Fall eines Streiks kann kostenlos umgebucht werden. Überhaupt werden hauptsächlich Flieger der Tochtergesellschaften eingesetzt, die nicht streiken.

Über allfällige Verspätungen informiert die Telefon-Hotline
05-1789.
(apa/red)

8.10.2003 12:02