ÖBB-Kampf: Vorstand droht bei Überstunden-Verweigerung mit Strafen
- 2003: ÖBBler leisten durchschnittlich 85 Überstunden pro Kopf
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ÖBB-Überstunden im 1. Halbjahr 2003
Der Arbeitskampf bei den ÖBB wird härter: Der Vorstand droht den Bediensteten nun mit Strafen, sollten sie die Leistung von Überstunden verweigern. Nach Rechtsmeinung des Vorstandes verletzt jeder, der Überstunden verweigert, seine Dienstpflicht.
Das berichtet die Tageszeitung 'Kurier' (Mittwochausgabe). Für das ÖBB-Management hat jeder, der regelmäßig und über einen längeren Zeitraum Überstunden gemacht hat, gezeigt, dass er mit dem Arbeitspensum einverstanden sei - daher könnten Überstunden vom Unternehmen angeordnet werden. Die Gewerkschaft sieht dies naturgemäß ganz anders: Sie ist der Meinung, dass Überstunden nur kurzfristig angeordnet werden können.
Die Gewerkschaft rechnet mit ersten Auswirkungen ihres Montag begonnenen Überstundenboykotts am Donnerstag. Betroffen wird zuerst der Güterverkehr sein, wo es "bis zum totalen Stillstand" kommen könnte, wie es in Gewerkschaftskreisen hieß.
4,1 Millionen Überstunden im Jahr 2002
Die rund 47.000 Mitarbeiter der Österreichischen Bundesbahnen haben im Jahr 2002 rund 4,1 Millionen Überstunden geleistet. Ein Viertel davon fällt auf den Bereich "Traktion", im Wesentlichen der Arbeitsbereich der Lokführer. Der Betrieb des Schienennetzes (Infrastruktur) verursachte 17 Prozent der Jahresüberstunden, knapp gefolgt vom Personenverkehr mit 16 Prozent. 7 Prozent der Überstunden entfallen auf den Güterverkehr, der Rest auf 17 weitere ÖBB-Bereiche, so die ÖBB heute auf APA-Anfrage.
Im 1. Halbjahr 2003 wurden laut ÖBB 1,9 Millionen Überstunden erbracht; im Gesamtjahr sollen es nach ÖBB-Angaben knapp 4 Millionen Stunden werden. Auf jeden Mitarbeiter entfallen damit heuer durchschnittlich 85 Überstunden im Gesamtjahr.
Lokführer, denen bei einem Überstundenboykott besonders große Bedeutung zukommt, würden mit einer Teilnahme an den Belegschaftsprotesten besonders viel an Einkommen verlieren. (apa/red)
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