Grasser begrüßt Italiens 1- & 2-Euro-Schein-Vorschlag
- Münzgeld geht Finanzminister ein wenig auf die Nerven
- Deutschland will keine 1-Euro-Banknoten
Finanzminister Karl-Heinz Grasser unterstützt den Vorstoß des italienischen EU-Vorsitzes zur Einführung einer Ein- und Zwei-Euro-Banknote "ganz massiv". "Wir in Österreich wünschen uns den Ein-Euro-Schein und mir geht das Münzgeld ein wenig auf die Nerven", sagte Grasser am Dienstag beim Treffen der EU-Finanzminister in Luxemburg."
Italiens Finanzminister Tremonti sagte am Montagabend nach einer Sitzung der Ressortchefs der zwölf Euro-Staaten, sehr viele der Minister hätten auf seinen Vorschlag positiv reagiert. Er hoffe, dass die Einführung der kleineren Euro-Noten nun schnell umgesetzt werde. Italien hält derzeit die EU-Ratspräsidentschaft.
Tremonti begründete seinen Vorstoß damit, dass die Inflation mit kleineren Geldscheinen niedriger gehalten werden könne. Näher führte er seine Überlegungen nicht aus. Er sagte lediglich, dass die Einführung des Euros in Italien besonders für ältere Menschen mit sehr viel Stress verbunden gewesen sei. Die Italiener seien es nicht gewohnt, mit Münzen umzugehen, die einen solch hohen nominalen Wert wie die Ein- und Zwei-Euro-Münzen hätten. Die neue Banknote sollte "so schnell wie möglich" kommen, forderte Österreichs Finanzminister Grasser. EZB-Chef Wim Duisenberg habe sich bereit erklärt, den Rat der Europäischen Zentralbank beim nächsten Treffen über den Vorstoß zu informieren. Anschließend sollte die EZB eine Analyse über die Folgen der Einführung einer Ein-Euro-Banknote machen, schlug Grasser vor.
Bleckmann für Zwei-Euronote
FPÖ-Generalsekretärin Magda Bleckmann hat sich unterdessen für die Einführung einer Zwei-Euronote ausgesprochen. Damit könnte die Euro-Münzflut, die für viele nach wie vor ein Ärgernis bilde, auf ein vernünftiges Maß reduziert werden. Die Fünf-Euronote als "kleinster Geldschein" sei derzeit zu hoch angesetzt.
Deutschland will keine 1-Euro-Banknoten
Deutschland lehnt die Ausgabe einer 1-Euro-Banknote zum jetzigen Zeitpunkt ab. "Ich bin dafür, dass wir uns mehr Zeit geben, um zu sehen, ob wir uns nicht alle an das gewöhnen können, was entschieden worden ist", sagte der deutsche Finanzminister Hans Eichel am Dienstag nach Abschluss des Treffens der EU-Finanzchefs in Luxemburg.
Die Forderung nach einem 1-Euro-Schein werde nur "von zwei bis drei Ländern erhoben", sagte Eichel. Über Änderungen sollte man erst diskutieren, wenn sich das derzeitige System als "absolut unzuträglich erweist". (apa)
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