Montag, 6. Oktober 2003

Gas-Lieferungen: EU will Gebietsschutz in Gazprom-Verträgen knacken

  • Einigung zwischen russischer Gazprom und italienischer ENI
  • Verhandlungen auch mit österreichischem Importeur

Die EU-Kommission hat die Gebietsschutzklauseln des russischen Gasexporteurs Gazprom ins Visier genommen. Sie verkündete eine Einigung zwischen Gazprom und dem italienischen Importeur ENI über einen langfristigen Liefervertrag ohne solche Klauseln.

Auch mit dem österreichischen Importeur werde über die Streichung vergleichbarer Klauseln verhandelt. Man sei zuversichtlich, dass es mit den Österreichern (Hauptimporteur ist die OMV) wie auch mit deutschen Importeuren darüber "bald" eine Einigung geben werde.

Gazprom habe traditionell in ihren Verträgen Importeuren verboten, das Erdgas an andere Interessenten weiter zu liefern, kritisiert die EU-Kommission. Nach jahrelangen Verhandlungen habe es aber nun im Vertrag mit ENI eine Vereinbarung gegeben, wonach ENI das russische Erdgas an Abnehmer außerhalb Italiens weiterverkaufen dürfe.

ENI habe sich sogar verpflichtet, große Gasmengen an Kunden außerhalb Italiens anzubieten. Das werde vor allem Kunden in Österreich und Deutschland nützen. Falls nicht ausreichend verkauft werden kann, soll das Erdgas via den Gasknoten Baumgarten an den Meistbietenden versteigert werden.

Gazprom wieder darf nun auch ENI-Konkurrenten in Italien beliefern.
(apa, red)

6.10.2003 14:43