Job-Misere: Sallmutter kritisiert die Bundesregierung
- Arbeitsmarktzahlen bisher nur mit Vergleichen "schön geredet"
- Wirksames Beschäftigungs-Programm gefordert
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Europäer fürchten Arbeitslosigkeit
Noch nie in der Zweiten Republik hat es im Monat September mehr Arbeitslose gegeben als heuer. Für GPA-Chef Hans Sallmutter schrillen die Alarmglocken, da es die Regierung bisher offenbar vorgezogen habe, die Arbeitsmarktzahlen mit diversen Hinweisen auf internationale Vergleichszahlen "schönzureden". Real sei nichts dagegen unternommen worden.
"Pure Gewalt ist das", sagte Sallmutter. "Jeder Arbeitslose übt sozialen und Lohndruck aus", so Sallmutter, und das mache es der Regierung damit leicht, ihre Sozialabbau- und Kürzungsprogramme durchzubringen.
Ein Gebot der Stunde ist für den GPA-Boss ein wirksames Beschäftigungsprogramm über die intensive Ankurbelung öffentlicher Investitionen. Die Investitionsquote sei zuletzt drastisch eingebrochen, hier sei anzusetzen. Eine vorgezogene Steuerreform sei nur "eine" Variante, um die am Boden liegende Kaufkraft anzukurbeln. Zu denken müsse den Regierungsverantwortlichen ja auch geben, dass mit der steigenden Zahl von Menschen ohne Arbeit ja nicht nur die Steuer-, sondern auch die Sozialeinnahmen geringer werden.
In der Arbeiterkammer geht man davon aus, dass sich die Negativ- Entwicklung der vergangenen Monate weiter fortsetzen werde. Die positiven Konjunkturmeldungen der vergangenen Wochen werden sich noch nicht auf den Arbeitsmarkt auswirken, da man von einer Verzögerungszeit von einem halben bis zu einem dreiviertel Jahr ausgehen müsse, so der AK-Arbeitsmarktexperte Mitter zur APA. Wenn man sich die Entwicklung der letzten Monate anschaut, werde die Arbeitslosenquote für das laufende Jahr über 7 Prozent steigen, so Mitter. Mit 208.502 offiziell registrierten Arbeitslosen im September wurde der höchste September-Wert der letzten 20 Jahre erzielt.
(apa)
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