Sonntag, 12. Oktober 2003

Krankl: Vertrag trotz Tschechen-Niederlage bis 2005

  • Ivanschitz und Co. unterlagen Tschechei unglücklich 2:3
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2:3 gegen die Tschechei, 1:3 gegen die Niederlande - in den vergangenen Wochen hatte Österreichs Fußball-Nationalteam zwar keine Siege zu verbuchen, dennoch ließ sich eine deutliche Steigerung im spielerischen Bereich feststellen. Die Konsequenz: Teamchef Hans Krankl darf bis 2005 weiterwerken.

Österreich geht wie erwartet mit Hans Krankl in die Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006. ÖFB-Präsident Friedrich Stickler verlängerte am Sonntag den Vertrag mit dem Teamchef um zwei Jahre bis Ende 2005. Qualifiziert sich das ÖFB-Team für die Endrunde in Deutschland, gilt der Vertrag bis nach der WM. Ob Krankl die Nationalmannschaft auch in die Heim-EM 2008 führt, hängt vom Erfolg ab. Nur wenn Österreich das WM-Achtelfinale erreicht, bleibt Krankl automatisch bis zur Euro.

"Im Hinblick auf die Entwicklung wurde der Vertrag verlängert. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit und wünsche Hans viel Glück", erklärte Stickler nach der Präsidiumssitzung in Vösendorf. Die Verbandsspitze sah trotz verpasster Qualifikation eine positive Entwicklung in der Ära Krankl eins. Das Ergebnis aus der abgelaufenen EM-Qualifikation mit neun Punkten aus acht Spielen sei zwar "nicht nur eine strahlende Bilanz, aber wir haben Perspektiven vor uns", begründete der ÖFB-Präsident die Entscheidung.

Das Präsidium setzte Krankl allerdings unter Erfolgsdruck, will er sicher bis zur Heim-EM im Amt bleiben. "Wir haben viel über 2008 gesprochen, aber jetzt geht es um 2006. Wir haben eine klare Zielsetzung, die heißt, dass wir uns für die WM 2006 qualifizieren. Das wird eine sehr wichtige Phase. Es gilt einen Spagat zu turnen zwischen mittelfristiger Entwicklung und kurzfristigen Erfolgen. Wir legen die Latte hoch für den Teamchef", erklärte Stickler.

Krankl hätte lieber 4-Jahres-Vertrag gehabt
Krankl akzeptierte die Kriterien, auch wenn er einen Vierjahres-Vertrag bevorzugt hätte. "Natürlich wäre mir lieber gewesen bis 2008, aber man hat mir gesagt, es gibt nur Zweijahres-Verträge. Der Druck für einen Teamchef ist aber immer da", so der 50-Jährige. Eine kleine Vorentscheidung, wie es um seine Chancen steht, wird am 5. Dezember fallen, wenn in Frankfurt die Gruppen für die WM-Qualifikation ausgelost werden. Österreich ist in Topf drei und bekommt daher zwei starke Mannschaften. "Wir werden zwei Brocken bekommen, aber wir sollten erst dann weiter diskutieren. Aber wenn ich nicht Optimist wäre, hätte ich nicht verlängert", sagte Krankl.

Hoffnung für WM: Keine "Todesgruppe"
Der alte und neue Teamchef hofft ebenso wie Stickler, dass ähnliches Lospech wie zuletzt (mit Tschechien und Niederlande zwei absolute Top-Teams in der Gruppe) diesmal ausbleibt. "Ich hoffe auf eine Gruppe, die keine Todesgruppe ist wie diese war. Wir hatten die schwierigste Gruppe, in einer anderen hätten wir uns durchaus qualifizieren können", meinte Stickler.

26 Debütanten in zwei Jahren
Krankl war am 21. Jänner des Vorjahres zum Teamchef bestellt worden, seine Bilanz ist mit sechs Siegen, zwei Unentschieden und acht Niederlagen (Tordifferenz: 24:26) leicht negativ. In den eineinhalb Jahren seit seinem erfolgreichen Debüt am 27. März 2002 (2:0 gegen die Slowakei) setzte er 50 Spieler ein (inklusive Peter Schöttel, der verabschiedet wurde), darunter 26 Debütanten. (APA/red)

12.10.2003 12:42