EM 2004: Deutschland und England sind fix dabei
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In Griechenland wurde am abschließenden Samstag der Fußball-EM-Qualifikation die rauschendste Party geschmissen. Mit wehenden Fahnen, bengalischen Feuern und einem jubelnden Teamchef Otto Rehhagel, der kurzerhand zu "König Rehhakles" wurde, feierten die Südeuropäer die erste EM-Teilnahme nach 23 Jahren. Über das Ticket zur Endrunde 2004 jubeln durften am Finaltag aber auch die Kicker und Fans der seit Samstag feststehenden Gruppensieger England, Deutschland, Dänemark, Italien und der Schweiz.
Die großen Verlierer des Abends waren die Spanier, Türken, Belgier, Iren, Rumänen und Isländer. Spanien (4:0 in Armenien) und die Türkei (0:0 gegen England) dürfen sich zumindest mit der Play-Off-Teilnahme trösten, Belgien (trotz des 2:0 gegen Estland nur Dritter), Irland (0:2 in der Schweiz), Rumänien (spielfrei) und das tapfere Island (0:3 in Deutschland) sind out und damit so wie u.a. auch Serbien-Montenegro und Polen EM-Zuschauer. Die K.o.-Duelle der zehn Gruppen-Zweiten werden am Montag in Frankfurt/Main ausgelost und Mitte November ausgespielt. Mit dabei nach einem 1:0-Sieg in Schweden ist sensationell auch Lettland mit dem Admiraner Astafjew.
"Historischer Erfolg" für Griechenland
"Das ist ein historischer Erfolg", jubelte der deutsche Griechen-Coach Rehhagel, der mit einem zum Zeichen des Triumphes hoch emporgestreckten Daumen und wie in Trance eine Ehrenrunde nach der anderen durch das Apostolos-Nikolaidis-Stadion drehte. "Es war ein gewagtes Ziel, die Ukraine hinter uns lassen zu wollen. Dass uns das auch mit den Spaniern gelang, ist eine absolute Sensation", meinte Rehhagel, der es nach großen Startproblemen geschafft hat, aus den Top-Cracks der rivalisierenden Großklubs Olympiakos Piräus, Panathinaikos und AEK Athen plus den Legionären ein Top-Team zu formen.
Eriksson bleibt Englands Nationalcoach
Als großer Sieger durfte sich auch Englands schwedischer Teamchef Sven Göran Eriksson feiern lassen. Nach dem 0:0 in der Türkei wischte der Skandinavier auch gleich alle Gerüchte rund um einen Wechsel zu Chelsea vom Tisch. Dass ausgerechnet Superstar Beckham beim Elfmeter wegrutschte und weit über das Tor schoss, blieb folgenlos. "Der Boden gab einfach nach, zum Glück war es nicht spielentscheidend", meinte Beckham, der gnadenlos ausgepfiffen wurde.
Jubelstimmung in der Schweiz
Jubelstimmung auch in Österreichs Nachbarländern Tschechien, Schweiz, Italien und Deutschland. Besonders eindrucksvoll war der Coup der Eidgenossen, die Russland und Irland hinter sich ließen. "Wir haben ein Stück Schweizer Sport-Geschichte geschrieben", meinte Alex Frei, der gegen Irland zum 2:0 traf. Torjäger Stephane Chapuisat nannte den Coup "etwas Wunderbares" und Torwart Jörg Stiel sah den Erfolgsgaranten in Trainer Köbi Kuhn, der wegen seines "60ers" gleich doppelten Grund zum Feiern hatte: "Die Mannschaft hat mir das größte Geburtstagsgeschenk bereitet. Und als nach dem Sieg 30.000 Fans im Stadion 'Happy Birthday' sangen, lief es mir kalt den Rücken runter."
Deutschland für EM optimistisch
In Deutschland blickt man nach der erfüllten Pflicht gegen Island bereits Richtung einer möglichen glanzvollen EM-Kür. "In dieser Mannschaft steckt Erfahrung und Qualität. Da ist bei der Europameisterschaft einiges möglich", glaubt ein erwartungsfroher Kapitän Oliver Kahn. Das Quartier an der Algarve hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bereits bis zum Finale durchgebucht. Teamchef Rudi Völler bedankte sich in einer kurzen Ansprache "für die tolle Moral und die absolut professionelle Einstellung".
Italien: "Sagt bitte nicht, wir sind EM-Favorit"
Auch Italien qualifizierte sich als Gruppensieger direkt für die Endrunde, Teamchef Giovanni Trapattoni war nach dem 4:0 seiner Startruppe über Aserbaidschan heilfroh: "Im Vorjahr schien die EM so weit weg. Jetzt haben wir es geschafft, aber sagt bitte nicht, wir sind EM-Favorit." (APA/red)
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