Freitag, 10. Oktober 2003

England: Teamchef Eriksson tritt angeblich nach Türkei-Spiel zurück

  • Schwede soll Vorvertrag mit Macho-Klub FC Chelsea unterschrieben haben
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Sven-Göran Eriksson wird sein Amt als Teamchef des englischen Fußball-Nationalteams nach dem samstägigen EM-Qualifikationsspiel in der Türkei unabhängig vom Resultat aufgeben. Dies berichtet eine englische Tageszeitung unter der Schlagzeile "Sven: Ich gehe." Das Boulevardblatt berief sich dabei auf einen Bericht einer schwedischen Zeitung, wonach Eriksson bereits einen Vorvertrag mit Londoner Verein FC Chelsea (Jürgen Macho) unterschrieben haben soll.

Der englische Fußballverband (FA) dementierte am Freitag Morgen Berichte, nach denen der Schwede die Verbandsführung verärgert habe, weil er sich bei der Streikdrohung der Spieler auf die Seite der Mannschaft gestellt hatte. "Die FA unterstützt Sven-Göran Eriksson wie eh und je. Sie hat großen Respekt vor seinem engen Verhältnis mit den Spielern", erklärte ein FA-Sprecher.

Nachdem die Auswahl am späten Mittwoch Aend ihre aus Protest gegen die Nichtberücksichtigung von Rio Ferdinand (ManU) ausgesprochene Boykott-Drohung für das entscheidende Türkei-Spiel zurückgenommen hatte, deutete sie in einer offiziellen Mitteilung auf Erikssons Ärger hin: "Die FA hat die Mannschaft gegen den Wunsch der Spieler und des Trainers gestört und geschwächt."

Angeblich 714.000 Euro Jahres-Gage
Die Zeitungsmeldungen über die berufliche Zukunft von Eriksson, der von Chelsea angeblich eine Jahresgage von 714.000 Euro erhalten soll, kam zu einem für die Engländer denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Fragen englischer Medien, ob der Schwede nach 33-monatiger Amtszeit als Teamchef wechseln werde, wurden auf der Pressekonferenz in Istanbul abgeschmettert.

"Wir akzeptieren nur Fragen zum bevorstehenden Spiel am Samstag, sämtliche andere Dinge werden ignoriert", erklärte Adrian Bevington als Sprecher des englischen Fußball-Verbandes (FA) am Freitag am Bosporus gegenüber den wissbegierigen Journalisten. Die, die es dennoch versuchten, wurden mit einer Ausnahme übergangen. "Es hat sich nichts geändert gegenüber dem, was ich vor einer Woche gesagt habe. Ich will hier nur über Fußball reden", erklärte Eriksson.

Seit seinem Amtsantritt als englischer Teammanager hatte er jedoch nie ein Hehl daraus gemacht, dass er eines Tages wieder zu einem Klub zurückkehren wolle. Die Spekulationen über einen Wechsel zum FC Chelsea haben bereits begonnen, nachdem die Londoner von Roman Abramowitsch übernommen worden waren. Sie verstärkten sich als Eriksson vor einem Besuch in der Londoner Wohnung des russischen Ölmilliardärs fotografiert wurde und er dort mehrere Stunden weilte.

Später sagte der schwedische Trainer, dass er Abramowitsch nur bei der Verstärkung seines Kaders beraten wollte. Was Chelsea jedoch anschließend für 158 Mio. Euro an Spielern engagierte, sah laut englischen Medien jedoch wie eine Einkaufsliste aus .

(apa/red)

10.10.2003 13:23