Sonntag, 12. Oktober 2003

Einsicht der Verlierer: Zu viele Fehler, zu langsam

  • Williams-BMW und McLaren-Mercedes sagen Ferrari Kampf an

Beim Formel-1-Saisonfinale in Suzuka hatte Williams-BMW alle Chancen, die "rote" Vorherrschaft von Ferrari in der Konstrukteurs-WM nach vier Jahren zu beenden. Doch der GP von Japan endete mit einer Nullnummer: Juan Pablo Montoya schied an der Spitze legend aus, Ralf Schumacher blieb als Zwölfter ohne Punkte. "Das Rennen war wie die gesamte Saison eine Achterbahn. Wir haben zu viele Fehler gemacht", sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen.

Dass Williams-BMW überhaupt so nah vor dem Titel stand, gleicht nach dem Saisonverlauf einem "weiß-blauen Wunder". Nach einem völlig verkorksten Saisonstart - vor allem wegen der schlechten Aerodynamik wurde der FW25 sogar als Schildkröte verspottet - wandelte sich die britisch-deutsche Zweckgemeinschaft in der zweiten WM-Hälfte zum Erfolgsteam und hätte beinahe ihren eigenen Fünfjahresplan frühzeitig erfüllt. Beim von Gerhard Berger angeführten BMW-Wiedereinstieg in die Formel 1 hatte man wenigstens einen Titel bis 2004 als Vorgabe genannt.

Auch bei McLaren-Mercedes vertröstet man sich nach dem verpassten Fahrer-Titel schon auf nächstes Jahr. Dann hoffentlich mit dem neuen Silberpfeil MP4-18, denn der ist heuer trotz mehrfacher Ankündigung zwar von Alexander Wurz intensiv getestet, aber nie im Rennen eingesetzt worden. So gesehen ist es erstaunlich genug, dass Kimi Räikkönen mit dem "Gebrauchten" bis zum Schluss um den Titel kämpfte. In Suzuka wurde freilich wieder klar, dass die aktuelle Letztversion MP4-17D einfach nicht schnell genug ist.

Trotzdem gilt der "Iceman" als potenzieller Champion, Niki Lauda hält ihn für eines der größten Talente der vergangenen 20 Jahre. "Wir waren nahe dran, aber nicht nahe genug", meinte der Finne lapidar, gestand aber ein: "Ich bin ein wenig enttäuscht, wir hätten ein bisschen Glück gebraucht." Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug tröstete: "Er braucht nicht geknickt zu sein, er hat gegen einen sechsfachen Weltmeister gekämpft."

Platz vier in der Konstrukteurs-WM ging an das Aufsteiger-Team von Renault, das vor allem durch den spanischen Senkrechtsarter Fernando Alonso punktete. Rang fünf ging am Ende noch überraschend an BAR-Honda. Zu verdanken war das der sensationellen Vorstellung von Jenson Button (4.) und Villeneuve-Nachfolger Takuma Sato, der in Suzuka ausgezeichneter Sechster wurde. (APA)

12.10.2003 13:47
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