Dienstag, 7. Oktober 2003

Formel 1: Räikkönen gibt trotz Siegzwang nicht auf

  • "Im letzten Rennen kann alles passieren"
  • PLUS UMFRAGE: Zweikampf - wer holt den F1-WM-Titel 2003?

Niemand hatte ihn mehr auf der Rechnung. Doch vor dem Saisonfinale in der Formel 1 ist Kimi Räikkönen der einzig verbliebene Rivale, der den historischen sechsten Titelgewinn von Michael Schumacher in der Formel-1-Weltmeisterschaft noch verhindern kann. "Ich werde so fahren, als hätte ich noch eine hundertprozentige Chance, Michael und Ferrari zu schlagen", sagte der McLaren-Mercedes-Pilot vor dem Saisonfinale am Sonntag in Suzuka. "Im letzten Rennen kann alles passieren."

Gelingt ihm der Coup, würde der "Iceman" einen Rekord aufstellen: Sollte er das beinahe Unmögliche möglich machen, würde er Emerson Fittipaldi als jüngsten Formel-1-Weltmeister ablösen. Der Brasilianer war bei seinem ersten Titelgewinn 25 Jahre alt. Räikkönen feiert fünf Tage nach dem Grand Prix von Japan seinen 24. Geburtstag. Schafft er es nicht, könnte er sich im kommenden Jahr den Rekord sichern.

Um in dieser Saison noch den Titel zu gewinnen, ist Räikkönen (83 Punkte) in Suzuka zum Siegen verdammt und muss hoffen, dass Schumacher (92) bestenfalls Neunter wird und somit ohne Punkt bleibt. Bei Punktgleichheit entscheidet die Mehrzahl der Saisonsiege. In dieser Statistik liegt Schumacher mit sechs Grand-Prix-Erfolgen klar vorn, Räikkönen feierte im März in Malaysia den ersten und bisher einzigen Triumph seiner Karriere.

Unabhängig vom Ausgang des Titelrennens hat Räikkönen mehr erreicht, als viele von ihm erwartet haben. Der kühle und scheinbar durch nichts zu erschütternde Finne, dem McLaren-Teamchef Ron Dennis deshalb den Spitznamen "Iceman" gab, kann die von seinen Landsleuten und ehemaligen Weltmeistern Keke Rosberg und Mika Häkkinen begründete finnische Formel-1-Tradition fortsetzen.

Mit seinen Leistungen in diesem Jahr hat das wortkarge Ausnahmetalent auch für sein Team die Saison versöhnlich gestaltet, die vom Hin und Her um den mit großer Spannung erwarteten und dann doch nicht eingesetzten MP4-18 überschattet zu werden drohte. Auch dank Räikkönens fahrerischer Qualitäten erwies sich das stark modifizierte Vorjahresmodell MP4-17 als konkurrenzfähig. (apa/red)

7.10.2003 11:14
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