Afghanistan: Ausländische Truppen müssen noch "viele Jahre" bleiben
- Karsei warnt vor andauernder Terror-Bedrohung
- US-Soldat bei Feuergefecht nahe Kabul verwundet

Ausländische Truppen wie die deutsche Bundeswehr müssen nach Ansicht des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai noch "viele Jahre" in Afghanistan bleiben. Erst nach dem Aufbau von Armee, Polizei, Gerichtswesen und Verwaltung werde sein Land keine militärische Hilfe von außen mehr brauchen, sagte Karsai in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in der Hauptstadt Kabul. Indes gehen die Gewaltausbrüche in Afghanistan weiter: In der Nacht wurde bei einem Feuergefecht ein US-Soldat verletzt.
Karsei begrüßte die Pläne, den Einsatz der Internationalen Schutztruppe (ISAF) über Kabul und Umgebung hinaus auszudehnen und deutsche Soldaten und zivile Aufbauhelfer im nordafghanischen Kundus zu stationieren.
Der Präsident warnte vor der andauernden Terrorismus-Bedrohung in Afghanistan. "Die grenzüberschreitenden Aktivitäten von Extremisten sind darauf ausgerichtet, den Frieden in Afghanistan zu zerstören", sagte er. Ohne Kooperation vor allem des Nachbarn Pakistan werde der grenzüberschreitende Terrorismus nicht beendet werden können. "Der Rest der Welt, die USA, Deutschland, Japan, alle müssen mit uns zusammenzuarbeiten, um das zu stoppen." Einen anderen Weg gebe es nicht. Karsai betonte, Terrorismus sei "eine Bedrohung für alle".
Nach den jüngsten blutigen Auseinandersetzungen zwischen Milizen verfeindeter Kriegsherren in Nordafghanistan kündigte der Präsident entschiedene Maßnahmen der Zentralregierung an. "Wir werden alles notwendige tun, um solche Kämpfe zu stoppen - für immer und vollständig", sagte Karsai. Die Milizen würden komplett entwaffnet und "manche Funktionäre zurückgerufen". Entsprechende Entscheidungen seiner Regierung würden "sehr bald" verkündet.
Die Kämpfe zwischen den Milizen stellten neben dem Terrorismus eine zweite Gefahr für Sicherheit und Stabilität in Afghanistan dar. Wegen beider Bedrohungen müsse der Einsatz der Internationalen Schutztruppe ausgeweitet werden. "Ich würde die ISAF gerne in den Provinzen und Landesteilen sehen, wo es für einfache Afghanen keine Sicherheit gibt", sagte Karsai.
US-Soldat bei Feuergefecht nahe Kabul verwundet
Bei einem Feuergefecht am Rande der afghanischen Hauptstadt Kabul ist ein US-Soldat verwundet worden, wie die US-Armee am Sonntag mitteilte. Einer der Angreifer sei festgenommen worden. Zu dem Feuergefecht sei es am Samstag im Nordosten von Kabul in der Nähe des Ausbildungslagers der afghanischen Armee gekommen, hieß es. US-Soldaten, die eine Übung beobachteten, seien plötzlich von drei Angreifern beschossen worden. Taliban- und El-Kaida-Kämpfer greifen in letzten Zeit immer offener in Afghanistan an.
(apa/red)
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