Freitag, 10. Oktober 2003

Wiederaufbau: Irak braucht kommendes Jahr 17,4 Milliarden Dollar

  • Gesamtkosten für vier Jahre auf 55 Milliarden geschätzt

Der Irak braucht nach Studien der Weltbank und der amerikanischen Besatzungsbehörde im kommenden Jahr Finanzhilfen in Höhe von 17,5 Milliarden Dollar (14,8 Milliarden Euro). Damit sollen die dringendsten humanitären Bedürfnisse gedeckt und der Wiederaufbau von Gesundheits- und Bildungswesen und Sicherheitsapparat begonnen werden, teilte die Weltbank am Freitag in Washington mit.

Die Gesamtkosten für die nächsten vier Jahre belaufen sich nach den Schätzungen von Weltbank und US-Behörde auf 55 Milliarden Dollar. Die Weltbank veröffentlichte ihre Studie über die Bedürfnisse in 14 verschiedenen Sektoren. Der Bericht soll als Grundlage für die Geberkonferenz am 23. und 24. Oktober in Madrid dienen. Die US- Besatzungsbehörde hatte andere Bereiche untersucht, darunter vor allem den Sicherheitsapparat.

Nicht alles Geld müsse von Spendern kommen, betont die Weltbank. Rund eine Milliarde Dollar für das kommende Jahr sei bereits durch Verträge unter dem "Öl für Lebensmittel"-Programm der Vereinten Nationen gedeckt. In den Folgejahren sei mit größeren Einnahmen aus irakischen Ölverkäufen und Steuern zu rechnen. Andere Bedürfnisse könnten von Privatinvestoren erfüllt werden.

Für Bereiche wie Bildung, Gesundheit und Infrastruktur werden nach Angaben der Weltbank im kommenden Jahr 9,27 Milliarden Dollar gebraucht, in den drei Folgejahren zusammen 26,3 Milliarden Dollar. Die US-Behörde im Irak schätzt die Bedürfnisse für Ausbildung und Einrichtung von Sicherheitskräften, Reparatur der Ölanlagen und anderes auf 8,2 Milliarden Dollar im nächsten und zusätzlich 11,2 Milliarden Dollar in den drei Folgejahren vor.

(APA)

10.10.2003 20:01