Donnerstag, 9. Oktober 2003

Schwer krank: Leidet Arafat an Magenkrebs?

  • Ärzte dementieren Gerüchte über Krebserkrankung
  • Arafat spricht Palästinenser-Premier Kurei Vertrauen aus

Der seit Tagen gesundheitlich angeschlagen wirkende Palästinenserpräsident Yasser Arafat hat nach Informationen des US-Nachrichtenmagazins "Time" Magenkrebs. Das Magazin berief sich am Donnerstag auf seiner Internetseite time.com auf Informationen aus dem Umkreis des Palästinenserführers in seinem Hauptquartier in Ramallah im Westjordanland. Arafats Ärzte dementierten umgehend.

Ärzte des palästinensischen Präsidenten Yasser Arafat haben am Donnerstag Spekulationen über eine Krebserkrankung des 74-Jährigen zurückgewiesen. Arafat leide lediglich an einer Mageninfektion, sagte Arafats Leibarzt Ashraf el Kurdi. "Berichte, er habe einen Herzanfall erlitten oder leide an Magenkrebs, sind völlig falsch", betonte el Kurdi.

Arafat wirkte bei Auftritten in der Öffentlichkeit in den vergangenen Tagen blass und benommen, seine Unterlippe zitterte stärker als in den letzten Monaten. Aus seinem Umfeld verlautete, er habe eine Magen-Darm-Grippe. El Kurdi und ein Magenspezialist waren Ende September zu einer Untersuchung zu seinem Amtssitz in Ramallah geeilt.

Gerüchte über Erkrankungen
Ägyptische Ärzte, die Arafat am Mittwoch zusammen mit einem jordanischen Medizinerteam untersucht hätten, hätten "Besorgnis" über den Gesundheitszustand des Palästinenserpräsidenten geäußert, zitierte "Time" den katarischen Fernsehsender Al Jazeera. Genauere Angaben machten die Ärzte demnach nicht.

Die Spekulationen über Arafats Gesundheit halten an, seit die britische Zeitung "The Guardian" in ihrer Mittwochsausgabe über einen angeblichen leichten Herzinfarkt des Palästinenserpräsidenten berichtet hatte. Ein ranghoher Palästinenservertreter dementierte den Bericht umgehend. Allerdings wirkte der PLO-Chef in den vergangenen Tagen auf Fernsehbildern stark angeschlagen. Als Grund dafür wurde aus seiner Umgebung eine Magen-Darm-Grippe genannt. Auch Besucher in seinem Hauptquartier sprachen von einer Grippe, an der der 74-Jährige erkrankt sei.

Sollte sich dagegen bewahrheiten, dass Arafat an Magenkrebs leidet, hängt alles vom Krankheitsstadium sowie Größe und Ort des Tumors ab. Für einen chirugischen Eingriff zur Behandlung Arafats scheint das Hauptquartier in Ramallah, in dem der Palästinenserchef seit etwa 20 Monaten von Israel festgehalten wird, kaum geeignet. (APA/red)

9.10.2003 21:04