Friedens-Nobelpreis 2003: Iranische Anwältin geehrt
- Shirin Ebadi kämpft für Menschenrechte im Gottesstaat
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Shirin Ebadi, 54-jährige iranische Anwältin und Menschenrechtsaktivistin, bekam den Friedensnobelpreis des Jahres 2003 zugesprochen. Das Nobelkomitee würdigte Ebadis Einsatz für Menschenrechte, vor allem ihr Engagement für Frauen und Kinder. Dabei habe sie auch nicht auf eine Bedrohung ihrer eigenen Person Rücksicht genommen. Zuvor war Papst Johannes Paul II. als Favorit auf den Preis genannt worden.
Ebadi ist erst die elfte Frau, die den Friedensnobelpreis seit seiner Gründung 1901 erhält. Sie war die erste iranische Richterin, bevor sie nach der islamischen Revolution 1979 zum Rückzug gezwungen wurde. Mit ihrer Nominierung für den Friedensnobelpreis wurden weithin Hoffnungen auf eine Stärkung der Demokratiebewegung im Iran verbunden.
In ihrer Arbeit habe sich Shirin Ebadi stets für Gewaltfreiheit eingesetzt, erklärte das Nobelkomitee. Als bewusst lebende Muslimin sehe sie keinen Konflikt zwischen dem Islam und der Achtung der Menschenrechte. Wichtig sei ihr stets der Dialog zwischen verschiedenen Kulturen und Religionen. In den Ranglisten der Buchmacher war Ebadi bereits immer weiter aufgerückt, bis sie unmittelbar vor der Preisverleihung auf dem dritten Platz hinter dem favorisierten Papst Johannes Paul II. und den ehemaligen tschechischen Präsidenten Vaclav Havel rangierte.
Ebadi "stolz und glücklich"
Ebadi erklärte, sie sei "stolz und glücklich" über die Zuerkennung des diesjährigen Friedensnobelpreises. In einem Interview mit dem norwegischen Fernsehsender NRK sagte die 54-Jährige, der Preis werde viel für Menschenrechte, Demokratie und die Rechte der Kinder im Iran bedeuten. Sie sehe die Auszeichnung nicht als an sich persönlich gerichtet, sondern an das iranische Volk und alle Menschen im Lande, die für die Menschenrechte kämpften.
Vorgänger Kofi Annan, UNO und Jimmy Carter
Kofi Annan und die UNO erhielten den weltweit bekanntesten Preis vor zwei, Ex-US-Präsident Jimmy Carter im vorigen Jahr. Heuer hatte es nicht weniger als 165 Nominierungen gegeben.
Mit der Stiftung der Nobelpreise wollte der schwedische Forscher und Großindustrielle Alfred Nobel (1833-1896) einen Konflikt lösen, der sein Leben bestimmte: Der Dynamit-Erfinder konnte nicht verwinden, dass seine Entdeckung für den Krieg genutzt wurde. Als "Wiedergutmachung" vermachte er sein Vermögen einer Stiftung, aus deren Zinsen Preise für jene finanziert werden sollten, die "im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben". Nobel selbst hatte mehr als 350 Patente angemeldet. (APA/red)
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