Donnerstag, 9. Oktober 2003

Tränengas gegen Polizisten in Athen eingesetzt

In der Regel wird Tränengas gegen zivile Demonstranten eingesetzt. In Athen bekamen nun einige Polizisten das Reizgas am eigenen Leib zu spüren. Gemeinsam mit Kollegen der Feuerwehr und der Küstenwache hatten sie vor dem Finanzministerium eine Gefahrenzulage für ihren Einsatz rund um Olympia 2004 gefordert. Die Bereitschaft ging mit Tränengas gegen ihre Kollegen vor. Fünf Personen wurden verletzt.

Auslöser der mehr als zweistündigen Unruhen war eine Blockade des Ministeriumseingangs. Bereitschaftspolizisten gingen mit Tränengas und Pfefferspray gegen die Demonstranten vor und verfolgten sie durch die Straßen der Umgebung. Bei den Verletzten handelte es sich um vier Polizisten und einen Parlamentsabgeordneten, der sich mit ihnen solidarisch erklärte.

Der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft, Dimitris Kyriazidis, warf der Einsatzleitung exzessive Gewalt vor und forderte die Polizeiführung zum Rücktritt auf. Beamte der Bereitschaftspolizei hätten "wie Roboter agiert", sagte Kyriazidis.

Die sozialistische Regierung von Konstantinos Simitis hat jegliche Gehaltserhöhung im öffentlichen Dienst abgelehnt. Streiks der Beschäftigten haben seit Beginn der Woche Krankenhäuser, Schulen, Universitäten und andere Einrichtungen lahm gelegt. Die Taxifahrer haben angekündigt, ihren Ausstand am Freitag zu beenden. (APA)

9.10.2003 08:44