Dienstag, 7. Oktober 2003

Tochter zu Uni-Platz verholfen: Portugals Außenminister zurückgetreten

  • Antonio Martins da Cruz: "Mein Gewissen ist rein"

Der portugiesische Außenminister Antonio Martins da Cruz ist nach Vorwürfen der Vorteilsnahme am Dienstag zurückgetreten. Ministerpräsident Jose Manuel Durao Barroso habe seinen Rücktritt angenommen, sagte Martins da Cruz vor Journalisten in der Hauptstadt Lissabon.

Der Minister zog damit Konsequenzen aus dem Vorwurf, er habe sein Amt missbraucht, um seiner 18-jährigen Tochter die Zulassung zum Medizinstudium zu verschaffen, obwohl ihre Noten normalerweise nicht für einen Studienplatz gereicht hätten. Nach einer Meldung des privaten portugiesischen Fernsehsenders SIC wird ihn der in Brüssel tätige Diplomat Alvaro Mendoca e Moura ablösen.

Martins da Cruz betonte, er habe sich zu diesem Schritt entschlossen, obwohl er sich keiner Schuld bewusst sei: "Mein Gewissen ist rein." Er sei bereit, "alles" für sein Land zu opfern, sagte der zurückgetretene Minister. Allerdings habe er nicht das Recht, die gleichen Opfer von einer 18-Jährigen zu verlangen, "die sich im Mittelpunkt dieser Auseinandersetzung befindet".

(apa/red)

7.10.2003 20:27