Montag, 6. Oktober 2003

Nach Grenzzwischenfällen: Israel droht mit weiteren Militäraktionen

  • Gleichzeitig aber Bereitschaft zu Frieden mit Nachbarn betont
  • Syrien will Einfluss in Region vergrößern

Zwei Tage nach dem Luftangriff in Syrien hat Israel mit weiteren Militäraktionen im Ausland gedroht. Israel werde seine Gegner "an jedem Ort und auf jede Weise" angreifen, sagte Ministerpräsident Sharon am Dienstag während einer Trauerfeier in Erinnerung an Soldaten, die im Yom-Kippur-Krieg von 1973 ihr Leben verloren.

Zugleich erklärte sich Sharon aber auch zu einem umfassenden Frieden mit den arabischen Nachbarn bereit. Der syrische Präsident Bashar el Assad warf Israel Kriegstreiberei vor und beschuldigte Sharon, den ganzen Nahen Osten in den Krieg hineinziehen zu wollen. US-Präsident Bush verteidigte nach dem israelischen Luftangriff das Recht Israels auf Selbstverteidigung.

Sharon ergänzte in Jerusalem seine Drohung mit den Worten: "Nur mit dieser Kombination können wir sicher sein, dass diese Generation die Pforten des Friedens erreichen wird." Mit dem Angriff auf ein Ausbildungslager der extremistischen Organisation Islamischer Dschihad bei Damaskus droht seit Sonntag eine Ausweitung des Nahost- Konflikts weit über die Konfrontation mit den Palästinensern hinaus. Syrien müsse entweder "die Stützpunkte terroristischer Organisationen in seiner Mitte auflösen" oder die sonst fälligen Konsequenzen hinnehmen, sagte Sharons Berater Raanan Gissin. "Es gibt keine Immunität mehr."

Assad sagte in seiner ersten öffentlichen Reaktion auf den Luftangriff am frühen Sonntagmorgen, Damaskus werde sich angesichts des jüngsten Vorfalls um einen größeren Einfluss in der Region bemühen. Mit Blick auf Forderungen der US-Regierung lehnte Assad eine Ausweisung radikaler Palästinenser aus Syrien ab.

(apa)

6.10.2003 18:47
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