Türkisches Parlament segnet Truppenentsendung in den Irak ab
- Bis zu 10.000 Soldaten sollen stationiert werden, Einsatzort noch unklar
Das türkische Parlament hat am Dienstag der Entsendung von bis zu 10.000 Soldaten in den Irak mit großer Mehrheit zugestimmt. Für die Teilnahme türkischer Einheiten an der multinationalen Stabilisierungstruppe stimmten 358 der 543 Abgeordneten, die an der Abstimmung teilgenommen hatten. 183 Abgeordnete votierten dagegen. Damit ist die Türkei das erste Land mit überwiegend moslemischer Bevölkerung, das Truppen in den Irak schickt.
Über den Einsatzort und die genaue Zahl der Soldaten will sich die türkische Regierung in den nächsten Tagen mit den USA absprechen. Die Regierung hatte die Entsendung bereits am Montag grundsätzlich beschlossen. Die USA haben Ankara gebeten, zur Unterstützung der Besatzungstruppen 10.000 Soldaten in den Irak zu schicken. Im Gegenzug haben die USA der Türkei Wirtschaftshilfe in Höhe von 8,5 Milliarden Dollar (7,22 Mrd. Euro) in Aussicht gestellt.
Die Türkei fordert zudem von den USA Unterstützung im Kampf gegen türkisch-kurdische Rebellen in Nordirak. Nach dem Willen der Regierung sollen die türkischen Soldaten maximal ein Jahr im Irak bleiben und einen eigenen Sektor unter eigenem Kommando bekommen. Als Wunschsektor nannte Außenminister Abdullah Gül am Dienstag ein Dreieck zwischen den Städten Mosul, Dohuk und Tikrit, wie die halbamtliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete.
Von den USA erwartet die Türkei im Gegenzug eine wirksame Bekämpfung von im Nord-Irak untergeschlüpften kurdischen Rebellen, die sich im Südosten der Türkei einen 15-jährigen Guerillakrieg mit der türkischen Armee geliefert hatten. Ankara und Washington hatten sich in der vergangenen Woche auf einen "Aktionsplan" verständigt, der eine Vertreibung der Kurdenorganisation PKK/KADEK aus dem Irak zum Ziel hat.
(apa)
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