Sonntag, 12. Oktober 2003

Oberösterreich: Bürgermeister-Stichwahl abgeschlossen

  • Wahlbeteiligung ähnlich hoch wie im ersten Wahlgang
  • SPÖ gewinnt Ortschef-Sessel hinzu, ÖVP verliert Plätze

Nach dem erdrutschartigen Wahlerfolg der SPÖ bei den vergangenen Landtags-, Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich gab es am Sonntag auch bei Stichwahlen in 31 Gemeinden weitere Erfolge. Zahlreiche Gemeinden sind nun "rot" regiert, die ÖVP musste Bürgermeistersessel abgeben.

Die SPÖ konnte 23 Bürgermeister dazugewinnen. Die ÖVP verlor 26 Bürgermeistersessel. Anders als bei den ebenfalls am 28. September neu gewählten Gemeinderäten und im Landtag konnte die FPÖ bei den Bürgermeistern den 1997 errungenen Stand von acht halten. Die "sonstigen Listen" - Bürgerlisten u.ä. - legten um zwei Bürgermeister auf vier zu.

Ein Endergebnis über die Bürgermeisterwahlen veröffentlichte die Landeswahlbehörde auch nach der Stichwahl noch nicht. Es fehle nämlich noch das Ergebnis der Gemeinde Weyregg am Attersee, war die Begründung. Dort dürften eine "sonstige Liste", das "Bürgerforum", zum Zug kommen. Der zweit platzierte ÖVP-Kandidat hat nach dem ersten Wahlgang auf ein Antreten in der Stichwahl verzichtet. Die Abstimmung, ob der bisherige Bürgerforum-Bürgermeister Hermann Staudinger im Amt bleibt, kann wegen der gesetzlichen Fristen erst am 26. Oktober durchgeführt werden.

Die Bürgermeister in den übrigen 444 Gemeinden Oberösterreichs verteilen sich nun, nach der Stichwahl, wie folgt: ÖVP 321 (1997: 347), SPÖ 111 (88), FPÖ 8 (8) und sonstige Listen 4 (2).

Bei der Gemeinderatswahl hat die SPÖ die ÖVP im Stimmenanteil überholt. Allerdings stellt die ÖVP nach wie vor die meisten Gemeinderäte, nämlich 4.900. Das sind um 56 mehr als seit der Wahl 1997. Einen deutlich größeren Zuwachs konnte aber die SPÖ verbuchen: Sie hat nun um 710 Gemeinderäte mehr, nämlich 3.558. Die FPÖ verlor mehr als die Hälfte ihrer früher 1.608 Gemeinderatssitze, sie hat nun 742. Die Grünen haben nun mit 171 fast fünf Mal so viele Gemeinderäte wie nach der Wahl 1997. Die KPÖ errang heuer einen Gemeinderatssitz. Die Gemeinderäte der "sonstigen Listen" blieben mit 185 gleich. (APA/red)

12.10.2003 07:56