Donnerstag, 9. Oktober 2003

NEWS: Wie sich Margot & Thomas Klestil um ihre 6 Araber kümmern

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  • Klestil-Pferde: Keine Übersiedelung in den Zirkus

Wiener Freudenau, Samstag, 4. Oktober. Es ist 7:30 Uhr früh. Zwischen verfallenen Häusern und verschlammten Wegen sind in einem roten Backsteinbau die sechs nobelsten Pferde Österreichs untergebracht: Klestils Araber harren in diesem Versteck, von außen uneinsehbar, der bevorstehenden Wendung ihrer verschlungenen Lebenswege.

Vorläufig flüstert der Präsident der Fuchsstute Safiyah, dem Schimmel Hafil und den anderen beiden Vollblutarabern noch regelmäßig Aufmunterndes zu. Die erkrankten KollegInnen sind in der Tierklinik Wien-Donaustadt rekonvaleszent: Hengst Mustaq musste wegen einer weiteren Kolik am Freitag erneut operiert werden. Und Petras chronische Hufrehe will nicht recht heilen. Die Dromedare immerhin haben in Schönbrunn ihr Auskommen gefunden.

Täglich ein Besuch: inkognito
Jeden Nachmittag kommen die Klestils zu Besuch. Der Präsident inkognito. 15.15 Uhr: Ein schwarzer Golf nähert sich dem Gelände. Am Steuer sitzt die First Lady mit gewohnt korrekt zurückgesteckter Frisur; das Haar keineswegs, dem Anlass entsprechend, zum Pferdeschwanz gebunden. Auf dem Beifahrersitz der Präsident mit dem offenbaren Wunsch, unerkannt zu bleiben: den Steirerhut tief in die Stirn gezogen, den Mantelkragen aufgestellt, die Sonnenbrille im Antlitz.

"Sie haben die Pferde wirklich sehr gern. Das sieht man. Jeden Nachmittag kommt sie, manchmal auch er, und sie bringen ihnen etwas mit, meist Karotten", sagt ein ungenannt bleiben wollender Anwohner. Das Gemüse stammt - so viel ist man königlich-saudischen Staatsgeschenken schuldig - vom Meinl am Graben. Man hört das Präsidentenpaar mit den Nobelrössern reden. "Zwei absolut liebe und seriöse Leute", sagt der Anonymus. Journalisten und Fotografen dürfen nicht dabei sein, wenn der Präsident mit den edlen Tieren flüstert.

Die Stallungen werden nach dem letzten Renntag am 1. November verlassen. Im November öffnet in Ebreichsdorf das moderne Pferdetrainingszentrum des Magna-Magnaten Frank Stronach. Das Gros der edlen Rösser wandert dann aus der Freudenau ab. Ob auch die vier Staatsrösser dort unterkommen, ist ungewiss.

9.10.2003 15:38