Faule Lehrer? FPÖ fordert höhere Lehrerverpflichtung
- Erhöhung von 23 auf 30 Stunden für Nachmittagsbetreuung
- SPÖ will derweil an Hälfte der Schulen Ganztagsunterricht
Geht es nach der FPÖ, kommen auf Lehrer härtere Zeiten zu. Bildungssprecherin Rossmann forderte am Donnerstag die Lehrverpflichtung im Pflichtschulbereich von rund 23 auf 30 Stunden zu erhöhen. Damit soll für die Schüler eine sinnvolle Nachmittagsbetreuung organisiert werden.
Gleichzeitig plädierte Rossmann ein weiteres Mal dafür, Lehrer während der Ferien für Nachhilfeunterricht einzusetzen. Als "Um und Auf" bezeichnete die Bildungssprecherin eine Abschaffung der Pragmatisierung im Schulbereich.
In der Diskussion um die Ganztagsschule schlagen sich die Freiheitlichen auf die Seite der ÖVP. Was bei der Volkspartei Tagesheimschule heißt, wird bei den Freiheitlichen Ganztagsbetreuung genannt und ist im Wesentlichen das Gleiche. Schülern soll demnach auf freiwilliger Basis die Möglichkeit geboten werden, sich im Rahmen eines Modul-Systems den ganzen Tag in der Schule aufzuhalten. "Erster Ansatz" dieser Betreuung wäre laut Rossmann ein "geregeltes Mittagessen". Dazu sollten sportliche und musische Aktivitäten sowie eine Lernbetreuung bis hin zum Förder-Unterricht kommen.
Um dieses Ziel zu verwirklichen, fordert die FPÖ Änderungen im Landeslehrer-Dienstrechtgesetz, das Ende 2004 ausläuft. Rossmann trat dafür ein, die Anwesenheitsverpflichtung von rund 23 auf 30 Stunden zu erhöhen. Damit entstünden durch die Ganztagsbetreuung keine Zusatzkosten. Zweiter Ansatz ist die Beschäftigung arbeitsloser Lehrer in der Nachmittagsbetreuung. Entsprechende Projekte, die vom AMS gefördert werden, liefen in Kärnten bereits sehr erfolgreich, erklärte Rossmann.
Bezüglich des Dienstrechts forderte die freiheitliche Abgeordnete vehement die Abschaffung der Pragmatisierung. Gleichzeitig trat Rossmann für eine Abflachung der Gehaltskurve und die Schaffung leistungs-orientierter Anreize ein. Vorstellen kann sie sich etwa, dass Lehrer, die auch während der Ferien zur Verfügung stehen, dafür auch mehr verdienen könnten. (APA)
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