SPÖ will Hälfte der Schulen als Ganztagsschulen
- In Volks- & Hauptschulen 100.000 neue Ganztagsplätze
- Gusenbauer-Idee: Pflicht-Anwesenheit von 8.30 bis 16.30 Uhr
Die SPÖ will die Hälfte aller Schulen in Österreich als Ganztagsschulen führen. Dies forderte SPÖ-Chef Gusenbauer am Dienstag. In den kommenden zehn Jahren sollten zunächst vor allem an Volks- und Hauptschulen 100.000 Ganztagsschulplätze geschaffen werden.
Neben pädagogischen Vorteilen wie der Entlastung der Schüler vom Schulstress und mehr Möglichkeiten zur individuellen Förderung erwartet sich die SPÖ davon auch positive Auswirkungen auf die Beschäftigung von Frauen.
Gusenbauer schwebt an den Ganztagsschulen eine Fünf-Tage-Woche mit verpflichtender Anwesenheitszeit von 8.30 bis 16.30 Uhr vor, wobei allerdings schulautonom Änderungen möglich sein sollen. Davor und danach soll es auf freiwilliger Basis ein Frühprogramm (ab 07.00 Uhr) mit Frühstück und freizeitpädagogischem Programm bzw. ein Nachmittagsprogramm mit Lernbetreuung und Freizeitmöglichkeiten (bis 18.00 Uhr) geben. Dafür und für das Mittagessen sollen auch sozial gestaffelte finanzielle Beiträge der Eltern eingehoben werden.
Der Unterricht am Vor- und Nachmittag solle in Abwechslung mit Sport, musischer Betätigung und einem gemeinsamen Essen durchgeführt werden, betonte SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser: "Es braucht niemand Angst haben, dass die fünf Stunden am Tag jetzt verdoppelt werden."
Beim Unterricht selbst sollen offene Lehr- und Lernformen und Projektarbeit forciert werden. Angeboten werden sollen dabei auch Lernbetreuung, Begabtenförderung, Förderkurse. Wenn der Schüler nach Hause komme, sei die Schule auch wirklich zu Ende und die Hausübungen erledigt, meinte Niederwieser. Einschränkung: Für Schularbeiten werde man sich gelegentlich natürlich auch zu Hause vorbereiten müssen.
(apa)
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