Dienstag, 30. September 2003

Autokauf anders: Seit Oktober neue EU-Regeln in Kraft

  • EU will Wettbewerb der Firmen und Werkstätten ankurbeln
  • Neue Pkw dürften in Österreich kaum billiger werden

Seit 1. Oktober gelten in der EU neue Spielregeln für Autohändler und Reparatur- und Servicewerkstätten. Beim Neuwagenverkauf werden in Österreich die Preise trotz der Liberalisierung eher zulegen, versichert der Autohandel schon seit Monaten. Die Hoffnung, dass es wenigstens zu Verbilligungen bei Reparaturen kommen könnte, zerstreuen nun die Kfz-Techniker.

"Es wird nicht billiger, sondern eher teurer werden", sagte Alois Edelsbrunner, Bundesinnungsmeister der Kfz-Techniker am 1. Oktober. Zur Begründung führt Edelsbrunner - ähnlich wie die Autohändler - die höheren Kosten an, die auf die Markenwerkstätten durch die neuen Verträge mit den Herstellern zukommen.

Ab heute hat zwar jede Werkstätte das Recht, Vertragspartner einer Automarke zu werden - aber nur, wenn bestimmte Standards erfüllt werden. Dazu gehören teure Spezialwerkzeuge, Fachliteratur und teils umfangreiche Ausbildungsgänge für die Beschäftigten. Alles in allem, schätzt Edelsbrunner, belaufen sich diese Kosten für einen Neueinsteiger auf 150.000 bis 500.000 Euro. Die Betriebe müssten diese, um zu überleben, auf die Konsumenten abwälzen.

Edelsbrunner erwartet zwar, dass die meisten Autohäuser, die ihren Händlervertrag verloren haben, als Werkstätten für die bisher vertretene Marke weiterarbeiten. Der von manchen erwartete starke Zuzug neuer Markenwerkstätten werde aber so nicht eintreten: Viele freie Werkstätten, die ursprünglich vorgehabt hatten, sich um einen Markenvertrag zu bemühen, schreckten nun doch vor den hohen Investitionskosten zurück. Ähnliches gelte für Kfz-Technik-Betriebe, die mit dem Gedanken gespielt hatten, für eine zweite Marke zu arbeiten.

Was die markenunabhängigen Werkstätten betreffe, so hätten diese zwar nun das Recht, von den Herstellern alle für die Reparatur notwendigen Informationen zu bekommen. Aber auch dafür werde natürlich ein Preis verlangt. (APA)

30.9.2003 15:45