Seit 1. Oktober neue EU-Regeln: Autos wurden aber nicht billiger
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Am 1. Oktober traten in der gesamten EU neue Regeln für Autohandel und Werkstätten in Kraft. Durch die neuen Vorgaben will die Kommission den Vertrieb und das Service für Pkw liberalisieren - was der Idee nach zu mehr Wettbewerb und sinkenden Preisen führen sollte. Tatsächlich sanken die Neuwagenpreise aber in Ländern wie Österreich und Deutschland aber kaum - und wenn, dann nur bei Sondermodellen, erwarten Experten.
Die neue Gruppenfreistellungsverordnung (GVO), die rein formell bereits vor einem Jahr Gültigkeit erlangte, trat faktisch per 1. Oktober 2003 in Kraft. Es handelt sich dabei um eine Ausnahme zu den allgemeinen Anti-Kartellbestimmungen der EU - also eigentlich eine Beschränkung der freien Konkurrenz. Die neuen Bestimmungen sind aber deutlicher "liberaler" als die 2002 ausgelaufene "alte GVO".
Ende des Gebietsschutzes
Die Reform bringt ein Ende des Gebietsschutzes in der bisherigen Reform, vollkommene Niederlassungsfreiheit für Markenhändler innerhalb der EU, soll es aber erst ab 2005 geben. Autohersteller dürfen den Händlern und Werkstätten künftig nicht mehr so detaillierte Vorschriften machen wie bisher, Autohändler sollen in Zukunft problemlos mehrere Marken (auch von verschiedenen Autokonzernen) verkaufen können.
Jeder Händler soll künftig entscheiden dürfen, ob er nur Autos vertreiben oder auch den Kundendienst in einer Hand behalten möchte, die Position von freien Werkstätten und unabhängigen Ersatzteilhändlern wird durch die neue GVO gestärkt. Es wird erwartet, dass durch die Liberalisierung auf dem Markt verstärkt neue Anbieter auftreten werden - bisher nur regional tätige kapitalkräftige Großhändler, Leasingfirmen oder auch - als Vermittler
- Versandhäuser und Supermarktketten.
Keine Preissenkungen zu erwarten
Zumindest in Österreich wird es für Konsumenten aber nicht zu den in Brüssel erwarteten Preissenkungen kommen, betonen heimische Händler und Importeure schon seit Monaten. Eher im Gegenteil: Bei aktuellen Pkw-Modellen werden die faktischen Verkaufspreise eher steigen. Der Hintergrund: Im Zug der EU-Reform wurden die Autohändler-Verträge neu abgeschlossen, die bisher mit relativ hohen Margen gesegneten österreichischen Händler mussten dabei Verträge mit geringeren Grundspannen schlucken. Als Folge davon wird es zu einer Absenkung der Rabatte kommen, wird erwartet. Billiger und häufiger sollen dagegen Sonderreihen von bereits in die Jahre gekommenen Pkw werden.
Die Preise für Dienstleistungen - also Reparatur und Service - dürften eher fallen. Zum einen müssen die Automarken laut den neuen EU-Regeln jeden als autorisierten Werkstättenpartner akzeptieren, der die vom Hersteller geforderten Qualitätsstandards erfüllt. Die Zahl der Markenwerkstätten wird daher wachsen. Zum anderen verbessert die EU mit den neuen Regeln die Position der freien, also nicht markengebundenen Werkstätten, die sich - so wird erwartet - hauptsächlich über Kampfpreise behaupten wollen. (APA/Red.)
